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Twittergewitter August und September

Urlaubsbedingt August und September zusammen. Urlaub heißt für Selbstständige ja vorher und hinterher doppelt so viel zu arbeiten. Und natürlich war da ja noch der Denkmaltag. Aber jetzt zuerst mal die Tweets. Wie immer mit Katzen.

Und wie immer gibt’s noch viel mehr bei Anne.

Zugabe:
Ich wünsche einen schönen Herbst!

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Ich steh an Deiner Krippe hier, 5. Tür

5. Tür

Geburt in der Garage
Manchmal frage ich mich, was wohl wäre, wenn die Menschwerdung Gottes noch ausstehen würde, wenn es also Weihnachten noch nicht gegeben hätte. Welchen Ort würde Gott heute für die Geburt seines Sohnes wählen? Wieder einen Stall? Selbst in Israel hätte er dann nicht mehr sehr viel Auswahl dafür. Maria und Josef, wären sie heute auf Wanderschaft, würden wahrscheinlich gar keinen Stall finden. In Städten schon gar nicht, und auch auf dem Land muss man weit gehen, um Ochs und Esel zu begegnen. Auch eine Futterkrippe für das Neugeborene zu organisieren würde die Heilige Familie vor größere Probleme stellen. Wo würde also Jesus heute auf die Welt kommen? In einem Bushäuschen? In einem verlassenen Fabrikgebäude? In einem zum Abbruch freigegebenen Haus oder vielleicht in einer leerstehenden Garage? Nachfolgende Generationen, die sich diese Geburt vergegenwärtigen wollen, würden also nicht geschnitzte Hirten und Schafe unter den Christbaum stellen, sondern Autoreifen und Altölflaschen. Die Oberammergauer Krippenbauer würden nicht Schafe schnitzen, sondern Karosserien oder alte Felgen.

Manchmal braucht man solche Gedankenspielchen, um sich wieder vor Augen zu führen, dass die Geburt in einem Stall alles andere war als eine romantische Hausgeburt wie sie heute von alternativen Gynäkologen propagiert wird. Die Geburt im Stall ist das Gegenteil der Weihnachtsidylle. Sie verweist auf Flucht, auf Heimatlosigkeit, auf Armut. Aber gerade darin erweist sich ihre Größe. Ein Gott, der seinen Sohn nicht in einem Schloss zur Welt kommen lässt, ist kreativer, größer als einer, der das tut, was man ohnehin von ihm erwartet. Wenn auch Sie in den nächsten Tage wieder ihre Krippenfiguren auspacken und zu einem heimeligen Ensemble gruppieren, dann denken Sie doch dabei auch an alte Autoreifen. Vielleicht verstehen sie dann die Weihnachtskrippe besser.

Max Kronawitter in: Wolfgang Küpper/Hrsg., Wunderbare Weihnachtszeit

ein verlässliches Jahr

die Zeit läuft

Der Jubel über den Jahreswechsel ist auch ziemlich banal – schließlich kommt ein neues Jahr jedes Jahr wieder. Jahre sind eine ziemlich solide Ware. Sie werden pünktlich geliefert, und jedes hält, was es verspricht: Genau ein Jahr, keine Sekunde mehr, aber auch keine Sekunde weniger. Wie in alten handwerklich-frühkapitalistischen Zeiten.

Gabriel Laub

 

In diesem Sinne wünsche ich ein verlässliches, schönes und frohes neues Jahr!

Zugabe 16. Tag

Wenn man einmal anfängt zu schauen, wird es immer interessanter.  Zum Beispiel bei den Kirchturmspitzen:

Die Freidenkerin hat in ihrem Blog die bayrischen Löwen gezeigt. Auf dem Freiburger Münster sieht man einen Mond und Sterne.

Diese wurden 2007 saniert und so kann man sie hier aus der Nähe ansehen.

 

 

Brauchen Einkaufscenter Denkmalattrapen?

Wie gesagt, ich habe prinzipiell nichts gegen Einkaufscenter, sie müssen nur in Größe. Lage und Anbindung an die Stadt angepasst sein. Ich  finde es auch gut, dass die Entwicklung zu in die Stadt integrierten Einkaufscentern geht (was das Milaneo leider überhaupt nicht ist).

Was mich aber unendlich ärgert, ist der Umgang mit den Denkmalen. Ich war noch nicht im Gerber und es zieht mich auch gar nicht hin, wenn ich mitbekomme, dass hier – mal wieder – ein Denkmal dem Einkaufen weichen musste.

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Nein, natürlich nicht ganz, schließlich ist ja noch eine Fassade übrig … und es ist doch ganz schön geworden … wäre doch schade gewesen um die hübsche Fassade … und wir können doch froh sein, dass immerhin die Fassade… und die blauen Fenster stören doch auch nicht wirklich, oder? … Handel ist schließlich Wandel, nicht wahr?…

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Ich kann es nicht mehr hören und ich will es auch nicht mehr sehen. Ob ich in Gent im Urlaub bin: (eine wirklich tolle Stadt, aber muss so etwas sein?)

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Oder in Duisburg. Oder (fügen Sie eine beliebige Stadt ein. Sie werden dort ein Beispiel finden.)

Überall die gleichen toten Gerippe. Dies waren einmal Häuser, sie hatten eine Geschichte, eine Funktion, es lebten Menschen darin. Jetzt sind sie eine Trophäe an der Wand des Einkaufscenters, das Einkaufen schmückt sich mit fremder Geschichte.

„Seit einigen Jahren hat dieses positiv besetzte Altstadt-Bild Begehrlichkeiten auch unter denjenigen geweckt, die dem Alten und Engen vor einigen Jahrzehnten den Rücken zugewandt hatten: den Einkaufszentren. Sie begnügen sich nicht mehr damit, die Silhouette der Altstadt ihrem Logo zu inkorporieren, sondern machen die Altstadt selbst zu ihrer Firmenwerbung.“
Ingrid Scheurmann: Stadtbild in der Denkmalpflege: Begriff – Kontext – Programm.

Wir wissen alle, dass die Marktmacht der Einkaufscentren denkmalgeschützte Gebäude frisst. Auf einmal ist es eben doch kein Denkmal mehr oder nicht mehr wirtschaftlich zu tragen und überhaupt muss man ja abwägen, dieses kleine Denkmal gegen die vielen neuen Arbeitsplätze. Ob in Essen am Limbecker Platz oder in Görlitz das City-Center, Beispiele gibt es zuhauf. Aber dieses Einbauen einer alten Fassade finde ich besonders perfide. Die Stadt und ihre Häuser werden zur Tapete degradiert, mit denen sich das Shoppingcenter schmückt und gegen die verwechselbaren immergleichen Center absetzen will und so glaubt, einen Hauch der Geschichte abzubekommen.

Das schlimmste Beispiel sind natürlich hier die Schloss-Arkaden in Braunschweig, aber jedes einzelne gefressene und vereinnahmte Haus ist genauso falsch. Und das unter dem Deckmantel des Denkmalschutzes.

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In Stuttgart geht es ja immer weiter. Die Teppichgalerie soll abgerissen werden. Aber alles kein Problem der Architekt „scheint den Denkmalschutz im Griff zu haben.“:
„Wir werden die Fassade katalogisiert abbauen“, erklärt Willwersch. Das bedeutet, ein Sachverständiger wird Buch führen, welche Teile der klassizistischen Front beim späteren Neubau wieder eingesetzt werden müssen. „Die Fassade wird am Ende genau so aussehen wie jetzt – nur frischer.

Dies ist ja auch ein Problem von Rekonstruktionen.  Es schwächt die eigentlichen Denkmale. Schließlich ist das rekonstruierte Gebäude besser, neuer, pflegeleichter  – oder eben „frischer“. Wer will denn dann noch echte alte Gebäude?

Wir müssen uns vielleicht auch fragen, wozu wir Denkmalschutz benötigen? Aus welchen Gründen schützen wir die Denkmale? Darüber müssen wir wieder reden, und wenn es keiner mehr weiß, sollten wir es erklären. Es geht um die Bewahrung eines Erbes zur Weitergabe an die nächste Generation, es geht um unsere eigene Identität, um die Identität der Stadt, um die Bewahrung von Bausubstanz als materielle Quelle. Es geht darum, dass Erinnerung einen Raum braucht. Es geht nicht darum, die Stadt mit historischen Tapeten aufzuhübschen. (und das sage ich, als Stadtbildpflegerin!)

Der Schweizer Denkmalpfleger Albert Knoepfli hat schon 1975 über die „Tapetenstädtler“ gespottet. Und Gertrud Clostermann verglich ein Gebäude passend mit einem Buch:

„Die Substanz des Baudenkmals zu erhalten ist das Entscheidende, nicht nur die Fassade. Es ist, wie wenn man aus einem Buch die Textseiten herausreißt und mit Hinweis auf den noch vorhandenen Einband behauptet, das Buch sei ja noch da!“

 

 

 

Hamster und Adler

Also an mir soll’s ja gestern nicht gelegen haben:

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Die Hamsters haben kräftig gejubelt, aber es hat nicht gereicht.

Doch gegen DEN deutschen Adler könnten sie eh nichts ausrichten:
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Er heißt übrigens Fritz.

Es treibt der Wind, Adventsgedanken 15

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Das Himmelreich hängt nicht am Himmel,
nicht in den Wolken,
nicht in Wolkenkuckucksheim –
aber es liegt in der Luft.
Du kannst es fühlen,
mit deinen Sinnen empfinden;
und riechen kannst du es,
wenn du eine gute Nase hast;
und sehen,
wenn dir noch nicht hören und sehen
vergangen ist,
und du kannst es schmecken in Brot und Wein.
Das Himmelreich
ist eines Menschen gleich
aus Fleisch und Blut,
mit Herz und verständnisvollen Gedanken –
unscheinbar,
der aus sich nicht viel Aufhebens macht;
der aber den Menschen aufhebt,
der ihm begegnet.

Das Himmelreich
durchbricht die dunkelsten Seiten
der Welten.
Es erleuchtet die schwärzesten Seelen.
Die Todeszonen
verwandeln sich in Friedenszeiten.
Die Erde blüht wieder auf.

Hanns Dieter Hüsch: Psalmen für Alletage
Psalm 68 Träume – keine Schäume

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Zugabe:
frischer Wind auch bei der Verkündigung der Weihnachtsgeschichte