Ich steh an Deiner Krippen hier, 9. Tür

9. Tür
Wie Josef

Wie Josef
einem Ruf nachgehen ein Haus bauen
eine Frau nehmen mit Ihr auf das Kind
warten.

Wie Josef
sich nicht aus der Geschichte Gottes
mit uns davonmachen.

Wie Josef
geduldig auf die Stunde warten
da Gott uns braucht.

Wie Josef
in den Widrigkeiten des Tages Gottes
Willen erkennen.

Wie Josef
aufbrechen und zurücklassen
Gefahren sehen nicht ausweichen.

Wie Josef
Gottes Ruf hören und das Alltägliche tun.
Johannes Kuhn

Als wir im Januar im Kölner Museum Schnütgen die Ausstellung zu den Heiligen Drei Königen anschauten, fiel natürlich auf, dass bei den vielen Geburtsdarstellungen Josef entweder fehlt oder am Rande steht. IN dieser flämischen Darstellung aus dem Petit Palais in Paris steht Josef als alter Mann daneben, durch eine Mauer getrennt. Deutlich abseits also.

Umso schöner finde ich diese Darstellung des Konrad von Soest aus dem Wildungen-Altar: Während Maria sich um das Kind kümmert, kümmert sich Josef um das Essen und um das Feuer, er nährt und wärmt Frau und Kind. Josef als der liebende und sorgende Vater, kein Grund also am Rande zu stehen.

Besonders ist ja vor allem der Beginn der Geschichte. Josef will Maria nicht dem Gesetz überlassen, das damals die Steinigung für eine uneheliche Schwangerschaft vorsieht. Nein, er will sich heimlich aus dem Staub machen um so ihr Leben zu retten. Und als ihm im Traum ein Engel begegnet, bleibt er bei ihr. Eine heldenhafte Geschichte, finde ich. Er zieht sich nicht raus aus der Geschichte, er fühlt sich verantwortlich und kümmert sich um seine Patchworkfamilie.

Konrad von Soest
aus: Zeno.org

Zweifelst du? Ich glaub für dich.
Zweifle ich, glaubst du für mich.

Schlaf! Ich wache.
Wach! Ich ruh.

Tröstlich der Schimmer: Einer von uns, ich oder du,

einer bläst immer in die Glut.
Das zu wissen, tut gut.

Gudrun Pausewang
Der andere Advent

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2 Antworten zu “Ich steh an Deiner Krippen hier, 9. Tür

  1. Oh ja, die Weihnachtsgeschichte hat so viele Aspekte. Und die Josef-Figur hat wirklich etwas Heroisches gerade in ihrer Bescheidenheit und selbstlosen Haltung.

    Danke für die schönen Anregungen in Texten und Bildern.
    Herzlichen Gruss,
    Brigitte

  2. und er wurde so lange nicht beachtet oder sogar verlacht.

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