Adventsblicke, 7. Tag

7. Tür

7- Tür: Das Oben geht nicht ohne das Unten

Wer hohe Türme bauen will, muss lange beim Fundament verweilen.     Anton Bruckner

***

Jetzt haben wir uns so lange auf dem Kirchturm herumgetrieben, da braucht es dann mal ein Kontrastprogramm, wir blicken mal nach unten. Wissen Sie, was sich unter der Kirche befindet? Ja, natürlich das Fundament und in vielen Kirchen gleich weitere Vorgänger-Kirchen. Oft wurden archäologische Reste von Vorgängerkirchen beim Einbau von Fußbodenheizungen entdeckt, so 1961 in Esslingen.

In Köln wurden schon seit 1946 Ausgrabungen vorgenommen. Der Grund war ursprünglich, dass man prüfen wollte, ob das Fundament bei den furchtbaren Bombenangriffen Schaden genommen habe. Tatsächlich ist es unglaublich stabil und auch sehr pfiffig gelöst: Das Fundament besteht aus 2 Schichten, im Wechsel große, feste Säulenbasalte und dünne Schichten von kleinen Tuffsteinen. Tuffstein, ein sehr poröser und weicher Stein als Fundament klingt zuerst ungewöhnlich. Diese Steine wirken aber als Puffer, ein Fundament nur aus ganz harten Steinen ist nicht elastisch genug. Der Kölner Dom ist ja eigentlich auf Sand gebaut, aber durch genügend Masse und die richtigen Steine ist er so stabil, dass er auch mittleren Erdbeben standhalten kann.

Übrigens wurden in den mittelalterlichen Kirchen im Fundament genauso viel Masse verbaut, wie oben zu sehen ist. Den Kölner Dom gibt es somit doppelt. Das Oben ist also ohne das Unten nicht denkbar.

Wenn Sie also eine Kirche und ihre Kirchtürme bewundern, denken Sie mal daran, wie das alles zusammenhält und was für ein Aufwand es war, ein vernünftiges Fundament zu legen.

„Der wahre Sinn des Lebens besteht darin, Bäume zu pflanzen, unter deren Schatten man vermutlich selber nie sitzen wird.“
Nelson Henderson

Dieser Spruch gilt auch für Kirchen und vor allem für die vielen Arbeiter an den Kirchen.

Wer in Köln ist, geht natürlich zum Kölner Dom. Und wer noch ein bisschen Zeit hat, wagt sich auf den Kölner Dom. Ich kann aber die Führung zu den Ausgrabungen sehr empfehlen! Hier sehen Sie natürlich vieles zu den Vorgängerkirchen, zu den römischen Vorgängerbauten aber eben auch die Geschichte der Fundamente. Und die ist beeindruckend!

 

Und wer nicht hinkommt, kann sich hier  diesen Film über den Kölner Dom anschauen.

 

 

3 Antworten zu “Adventsblicke, 7. Tag

  1. Deine Ausführung über das Fundament von Kirchen, speziell des Kölner Doms, ist höchst interessant! Ich danke dir sehr dafür, und wünsche dir einen schönen Adventssonntag!

  2. Echt interessant sind sie, diese „tiefgreifenden“ Domgeschichten!
    Schon erstaunlich, wie früher solche Bauten über Generationen hinweg entstanden – und wie haltbar sie sich erweisen!
    Das ist man sich gar nicht bewusst, wenn man eben mal schnell einen Augenschein nimmt…

    Dir einen frohen 2. Adventssonntagabend.
    Mit liebem Gruss,
    Brigitte

  3. Ich habe diese Führung mal vor Jahren mitgemacht, aber ich weiß, dass es immer wieder neue Erkenntnisse gibt, die die alten korrigieren oder ändern. Und es ist schon sehr beeindruckend, quasi ‚unter‘ dem Dom zu stehen. Was mir noch fehlt, ist eine Führung über die Dächer.
    LG, Ingrid

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