Oh je, Du liebe Weihnachtszeit 14

„Nicht aus eigener Kraft wachsen und reifen wir, sondern aus dem verborgenen Lebensgrund – aus Gott – wachsen uns Kraft und Leben zu.“

Du liebe Zeit 14

Man muß den Dingen
die eigene, stille,
ungestörte Entwicklung lassen,
die tief von innen kommt,
und durch nichts gedrängt
oder beschleunigt werden kann;
alles ist austragen –
und dann
gebären…
Reifen wie der Baum, der seine Säfte nicht drängt
und getrost in den Stürmen
des Frühlings steht,
ohne Angst,
daß dahinter kein Sommer
kommen könnte.
Er kommt doch!
Aber er kommt nur zu den Geduldigen,
die da sind,
als ob die Ewigkeit vor ihnen läge,
so sorglos still und weit…
Man muß Geduld haben,
gegen das Ungelöste im Herzen,
und versuchen, die Fragen selber lieb zu haben,
wie verschlossene Stuben,
und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache
geschrieben sind.
Es handelt sich darum, alles zu leben.
Wenn man die Fragen lebt,
lebt man vielleicht allmählich,
ohne es zu merken,
eines fremden Tages
in die Antwort hinein.

(R.M. Rilke, aus „Briefe an einen jungen Dichter“)

2 Antworten zu “Oh je, Du liebe Weihnachtszeit 14

  1. Halten wir uns an Rilkes Rat! Und an die Geduld der Bäunme!
    Vielleicht, dass wir dann…

    Lieben Gruss,
    Brigitte

  2. genau, Brigitte, vielleicht …

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