Oh je, Du liebe Weihnachtszeit 7

„Und dann muß man ja auch noch Zeit haben, einfach
dazusitzen und vor sich hin zu schauen.“
Astrid Lindgren

Du liebe Zeit 7

Am Freitag mittag hatte ich endlich ein wenig Zeit – und ich habe nichts gemacht. Nichts Vernünftiges, kein Aufräumen und Abschließen von Projekten, kein Vorbereiten von neuen Projekten. Aber auch kein Ausruhen, keine Entspannungsübungen, keine „quality time“. Ich war nicht spazieren, ich hab mich nicht auf das Sofa gesetzt. Ich habe die Zeit nicht genutzt.

Zeit ist kostbar und die Erwartungen daran sind hoch. Deswegen dürfen auch in der Freizeit nur „wertvolle“ Dinge getan werden. Ich soll mich „aktiv“ erholen, einen Entspannungskurs belegen, joggen gehen, mich um meine Gesundheit sorgen. Oft wird gesagt, es sei ja nur eine Frage der Organisation, wer nicht rumkommt, ist selbst schuld. Aber tatsächlich sind die zeitlichen Anforderungen größer geworden. Unter Stress kann man viel erreichen, aber danach brauche ich dennoch Zeit, um mich davon wieder zu erholen. Die Erwartungen werden immer höher, auch die Erwartungen an die Freizeit.

Und deswegen braucht man die nutzlose Zeit. Ohe schlechtes Gewissen.


„Die Pause ist ein Zeitsofa, auf dem wir uns langmachen, aber auch zusammenrollen können, auf dem wir wachen, schlafen, lieben, träumen und auf dem wir aus dem Totalitarismus der Ereignisse aussteigen dürfen. Auf dieser temporären Liegestatt wird man daran erinnert, dass der Sinn des Tuns darin besteht, nicht mehr tun zu müssen. Daher die Forderung Benjamins: Man muss sich nicht die Zeit vertreiben – man muss die Zeit zu sich einladen.“

Karlheinz A. Geissler

3 Antworten zu “Oh je, Du liebe Weihnachtszeit 7

  1. Weise Worte – die muss ich mir mal zu Gemüte führen. Ich verliere mich nämlich auch jetzt noch allzu leicht in Aktivitäten.
    (Danke fürs aktuelle Verlinken) und
    einen schönen Adventssonntag ✵

  2. Das Nursodasitzen, das übe ich schon eine Weile.
    Keine Weihnachtsbäckerei, gekaufte Stollen sind toll. Und ich schenke halt Kosmetik, die dort eingepackt wird und verreise über die Tage. Meine Korrekturen schaffe ich nie und nimmer vor dem Fest, also eben danach. Und plötzlich öffnet sich der Himmel und alles wird friedlich.

  3. Ich liege in meinen Auszeiten oft nur so da und lass die Gedanken ganz ungezwungen spazieren, wohin sie wollen… Ich kann auch stundenlang irgendwo am Wasser sitzen, und den Wellen und Schiffen zusehen…

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s