Überall hört man von Hitze…

Urlaubshitze

Überall hört man von Hitze,
Manchen trifft sogar der Schlag,
Naß wird man am Hosensitze
Schon am frühen Vormittag.

Damen, denen man begegnet,
Leiden sehr am Ambopoäng:
„Gott! Wenn es nur endlich regnet‘!“
Ist der ewige Refräng.

Oberlehrer und Pastoren
Baden sich in diesem Jahr,
Ihre Scham geht auch verloren,
Und man nimmt sie nackicht wahr.

Busen, Hintern, Waden, Bäuche
Zeigt man heuer lächelnd her,
Und wir kriegen schon Gebräuche
Wie die Neger ungefähr.

Wenn das Barometer sänke,
Käme eine bess’re Zeit
In bezug auf die Gestänke
Und in puncto Sittlichkeit.

Ludwig Thoma

 photo sonnenbaden02.jpg

Und bis der Sommer wieder weg ist: Zitronenlimonade nicht vergessen. Oder Gazpacho

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8 Antworten zu “Überall hört man von Hitze…

  1. Was die Gestänke zur Zeit in den Öffentlichen anbelangt – auweiha! Da kann man schon den Eindruck gewinnen, als wisse ein nicht unerheblicher Teil der Deutschen nichts vom Gebrauch von Seife, Duschgel, Deo und Zahnpasta bzw. Mundwasser…

  2. Amüsant finde ich die zyklischen Wetterklagen; viel zu kurz sind die Phasen zwischen »zu heiß«, »zu kalt« und »immerzu regnet es«.

  3. oh ja, da ertappe ich mich auch dabei: heute: immer regnet es. gestern: immer ist es so heiß. immer ist einfach zuviel Wetter.
    Dabei sehnen sich viele Menschen die woanders leben, nach dem wechselnden Wetter in Deutschland.

  4. Ein früherer Kollege von mir hat am liebsten „gar kein Wetter“, wie er es nennt. Bedeutet für ihn: 18 Grad, bedeckt, trocken. Da dürfte ihm in unserem Landstrich das heutige Nicht-Wetter vollauf entgegen kommen.

    Mir selbst wäre das auf Dauer auch zu langweilig.

  5. Gar kein Wetter? Och. Wetter ist mit das Schönste, was wir hier haben, denke ich. Man braucht gar kein fernes Urlaubsziel — die Wetterlagen verwandeln den eigenen Landstrich. Von Regenwald bis Eiswüste ist alles dabei.

  6. Also gar kein Wetter ist auch doof. Aber von Sommer kann man hier in der Gegend auch nicht reden.

  7. Ohne Wetter hätte man doch gar kein Gesprächsthema. Man stelle sich vor:
    „Heute wieder mal kein Wetter, was?“
    „Nee, wieder nix.“

  8. Ist wahr.
    Aber immerhin, jetzt haben wir ja Wetter. Sogar im besten Sinne passend zum Gedicht.

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