Es treibt der Wind, Adventsgedanken 18

es genügt nicht zu denken, man muss auch atmen.
gefährlich die denker, die nicht genug geatmet haben.
elias canetti

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Im Atem holen liegt ein entferntes Hoffen.
Im Atem halten finde ich eine Spur Ewigkeit.
Wejwar, Sepp

Der Wind bewegt die Dinge. Der Atem bewegt uns von innen.
Atem ist nie mechanisch, Atem ist kostbar. Seit ich wieder Atemarbeit mache, erlebe ich erst, wie wertvoll das doch eigentlich Selbstverständliche ist. (bei einem Atemseminar vor vielen Jahren fragten die Leute vom Nachbarseminar: „Was macht Ihr denn?“ „Wir atmen.“ „Das mache ich von ganz alleine…“)

Atmen ist zuerst einmal ganz simpel Luft in die Lungen und wieder raus. Bewegte Luft. Aber es ist viel mehr, die Atembewegung spürt man im ganzen Körper. Im Rhythmus des Atems lebt der ganze Körper.

Wir lernen vom Atem das Vertrauen in den eigenen Rhythmus, das Zuhause sein im eigenen Körper, das Achtsamsein sein und vor allem das Loslassen. …

„Ausatmen kann viele Formen annehmen. Manchmal fühlt es sich an wie das Ablegen eines alten Kleids, manchmal erinnert es an einen Schmetterling, der sich auf einem Blatt niederlässt, manchmal an ein Vogel, der aufsteigt.“
Sibylle May, mit allen Sinnen

Es heißt nicht umsonst Atemkraft. Atmen ist kostbar. Sich Zeit zu nehmen für den Atem umso mehr. Gönn Dir eine Atempause. Sie heißt aber nicht so, weil Du mit dem Atmen pausierst, eher hält die Welt den Atem an, wenn Du eine Atempause nimmst.

Den Puls des eigenen Herzens fühlen.
Ruhe im Innern, Ruhe im Äußern.
Wieder Atem holen lernen, das ist es.

Christian Morgenstern

***

Atem der Weihnacht

Lasse den Atem der Weihnacht
Still in dich ein!
Will dich vom Dunkel des Winters
Leise befrein.

Strahlt aus Unendlichkeiten
Immer wieder ein Stern,
macht die Menschen hoffen
nach und fern.

Öffne dich seinem Leuchten
Wie die Blume dem Licht,
und vertraue der Weihnacht,
still nur und schlicht.

Hans Bahrs

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4 Antworten zu “Es treibt der Wind, Adventsgedanken 18

  1. Danke – dieser Atem-Beitrag betrifft mich sehr…
    liebe Grüße von Ellen

  2. So schön und kostbar in Wort und Bild!
    Da nehme ich mir viel frischen Atem mit und bedanke mich herzlich bei dir, Tine!
    Gruss, Brigitte

  3. Das Atmen – so selbstverständlich, kaum beachtet und dabei so wichtig. Schön, dass du mal wieder darauf hingewiesen hast. Das ist auch so ein Projekt, dem ich mich mal widmen wollte.
    Eine wunderschöne Spiegelung übrigens.
    Herzliche Grüße und vielen Dank für diesen wunderschönen Adventskalender (der natürlich ‚zeitlos‘ ist),
    Franka

  4. Kann man denn überhaupt denken, ohne zu atmen?…
    Im eigenen Ein- und Ausatmen liegt oft eine ganze Welt. Das Heil unserer Seele, unseres Körpers, ja, unserer Gesamtheit lässt sich damit beeinflussen…
    Liebe Grüße!

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