Es treibt der Wind, Adventsgedanken 3

Immer noch verspätet, aber ich hole auf…

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„Der Wind ist die älteste Stimme der Welt.“
Donald Culross Peattie

„Du brauchst keinen Wetterpropheten, um zu wissen, woher der Wind weht.“
Bob Dylan

Was ist eigentlich der Wind und weshalb weht er? Dies war lange, lange Zeit ein Rätsel. Noch 1704, nach dem großen Sturm in England von 1703 schrieb Daniel Defoe: „Unter diesen Geheimnissen ist kaum etwas so obskur wie die Winde. … Die gründlichste Suche im Bereich von Ursache und Folge hat gerade so viel erbracht, dass selbst der klügste Philosoph verwundert und verständnislos im Finstern steht.“

Man wusste nicht, warum die Winde wehen, man wusste nur, dass sie wehen – und wie man sie nutzt. Man gab und gibt den Winden Namen: Schirokko, Khamsin, Samun, Blizzard, Mistral, Tramontana – wir haben sofort die Gegenden vor Augen, Geschichten von Wüstenwinden, Schneestürmen

Auf alten Karten sind die Winde in allen Ecken eingezeichnet, gerne personifiziert wie hier in der Ulmer Weltkarte von 1482 (nach Ptolemäus, gedruckt von Lienhardt Holl) Mich erinnert das ja an kleine Engel.

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Bild aus Wikipedia

Selbst heute werden Winde personifiziert beschrieben: „Tramontana ist der kleine Bruder vom Mistral.“

Eine alte Vorstellung war, dass der Wind „ein Ausatmen der Erde“ ist. Auch wenn’s nicht stimmt, die Vorstellung ist schön.

Und was ist es nun wirklich? „Am Äquator ist die Luft heiß, an den Polen kalt. Die Erde dreht sich, die Luftmassen tauschen sich aus. Grundkurs Physik. Ganz leicht zu kapieren.“ (Scott Huler, Die Sprache des Windes)
Oder auch hier schön erklärt, einschließlich Löwenzahn-Video.

Wind ist einfach nur bewegte Luft, durch Temperaturunterschiede hervorgerufen. So einfach und doch so effektvoll. Die Luft bewegt sich und bewegt damit die Dinge.

Und so ist es auch mit dem Geist der Weihnachtszeit. Er bewegt uns und wir wissen nicht weshalb. Jedes Jahr aus Neue stöhne ich zu Beginn der Weihnachtszeit – und dann packt sie mich doch. Aber weshalb? Weshalb feiern wir immer und immer wieder ein Fest, bei dem wir nur über den Stress stöhnen?

Wer es könnte

Wer es könnte
die Welt
hochwerfen
dass der Wind
hindurchfährt.

Hilde Domin

Vielleicht ist es das. Die Welt wird tatsächlich für einen kurzen Moment aus den Angeln gehoben. Jedes Jahr aufs Neue. Wenn wir es zulassen.

4 Antworten zu “Es treibt der Wind, Adventsgedanken 3

  1. Es ist wunderbar, dir beim Lesen „zuzuhören“, Tine!
    Da gibt es so viel Interessantes, Lehrreiches und Schönes.
    Aber am besten gefällt mir natürlich dein wunderbarer Schluss, der mich sehr überzeugt: Ja, so muss es wohl sein!

    Liebe Grüsse und bis bald wieder,
    Brigitte

  2. Wind, das ist Luft, die es eilig hat ;)

  3. das ist ja mal eine schöne Definition! die merk ich mir.

  4. … Wind, das ist Luft, die es eilig hat… Das ist herrlich!

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