Und wir sehen schon den Stern, 19

Ideale sind wie Sterne: man kann sie nicht erreichen,
aber man kann sich nach ihnen orientieren.
Carl Schurz 1829 1906

Adventssterne, 19. Dezember

Ein Stern wie dieser

Ein Stern müsste dasein
nicht nur für den Zeitraum dieser besonderen Nacht,
sondern so wie das plötzlich erstarrte Signal eines
Leuchtturms eindringlich und anspruchsvoll, hoch über den
Wogen der Dunkelheit und über den unsichtbaren Pfaden
der See.

Ein Stern müsste dasein
Und den Pfeil seiner Warnung richten auf unsere Herzen und
auf die arme Gewohnheit der Tage, an denen wir Nachbarn
sind und doch so bittere Feinde, und die wir verstreichen
lassen ohne die Wegzehrung der Liebe, und ohne das
Zeichen genau zu begreifen, so wie die schweigsamen
Hirten es taten in der bebenden Kelter der Botschaft, am
Rande der engen Oase von Bethlehem.

Ein Stern müsste dasein
Aufgegangen über der klirrenden Kälte der Stadt und
unbeweglich für die Spanne von Stunden auf die ferne
Spitze unserer Blicke gesetzt, damit wir alle ihn ansehen
und Heimweh haben nach der Flamme des Trostes, nach der
verzeihenden Hand unserer Feinde, nach dem Blickfeuer der
wirklichen Wahrheit.

Ein Stern müsste dasein
Hoch über dem alten Wahnsinn der Erde nicht nur für den
Zeitraum dieser besonderen Nacht, damit wir aufblicken
können und Frieden finden.

Peter Laregh

Eine Antwort zu “Und wir sehen schon den Stern, 19

  1. Oh, ja – genau so ein Stern müsste jetzt da sein…

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