Heinrich, der Wagen bricht

Man kann Dinge vom Verstand her angehen, man kann Dinge auch versuchen, intuitiv zu erfassen. Man kann auch den Körper befragen. Die Einheit von Geist, Seele und Körper legt dies ja auch nahe. Übrigens auch die Sprache. An-gehen, ver-stehen, er-fassen, be-greifen …

Manchmal versucht man verschiedene Lösungsansätze, manchmal fehlt der Schlüssel zum Verstehen oder eben auch zum Verändern.

Manchmal sitzt Kummer, Leid, Verbitterung, was auch immer, körperlich fest. Tief in einem vergraben. Man fühlt sich versteinert und erdenschwer.

Und auf einmal, über die von mir so geschätzte Atemarbeit löst sich ganz, ganz viel. Der Körper wird wieder nachgiebig und es löst sich etwas. Was genau, weiß man vielleicht gar nicht, aber dass es gut ist, wenn es sich löst. Und dass dies der Schlüssel ist.

Nicht nur mir geht es so:

„Als sie ein Stück des Weges gefahren waren, hörte der Königssohn, dass es hinter ihm krachte, als ob etwas zerbrochen wäre. Da drehte er sich um und rief: 
„Heinrich, der Wagen bricht!“ 
„Nein, Herr, der Wagen nicht, 
Es ist ein Band von meinem Herzen, 
Das da lag in großen Schmerzen, 
Als Ihr in dem Brunnen saßt 
Und in einen Frosch verzaubert wart.“ 
Noch einmal und noch einmal krachte es auf dem Weg, und der Königssohn meinte immer, der Wagen bräche. Doch es waren nur die Bänder, die vom Herzen des treuen Heinrich absprangen, weil sein Herr nun erlöst und glücklich war.“

Und es fühlt sich gut an, wenn die eisernen Bänder sprengen.

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2 Antworten zu “Heinrich, der Wagen bricht

  1. Ja, das kann eine sehr große Erleichterung sein, wenn Altes aufbricht!

  2. So ist’s mir vor etwa zwei Wochen ergangen, als ich ohne es vorher absehen zu können in eine ziemlich prekäre Situation geraten war. Als diese sich dann in Wohlgefallen auflöste, sind auch etliche eiserne Bänder, die mein Herz gefangen hielten, entzwei gesprungen…

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