Schnipselbloggen

Lange Zeit gab es bei mir die Phase des Phantombloggens. Ich beobachte Dinge, Erlebnisse, formuliere sie im Kopf zu einem Blogeintrag – beim Spazierengehen, unter der Dusche, beim Auto- oder Zugfahren, nur um sie anschließend wieder zu vergessen oder einfach keine Zeit zu finden, sie aufzuschreiben. Einzelne Schnipsel gibt es aber doch, auf Zetteln notiert. Und so werde ich über die nächste Phase, das Schnipselbloggen, wieder versuchen, ins Schreiben reinzukommen.

Berichte der letzten Woche:

Das letzte Wochenende begann mit einer amüsanten Bahnfahrt. Mal wieder einen neue Zugverbindung ausprobiert, was nur hieß: genauso voll aber dafür mit der Unwägbarkeit des Umsteigens. Zugfahren ist prima, solange man nicht gezwungen ist, umsteigen zu müssen.

Diesmal gab es nette Begegnungen und amüsante Beobachtungen. Man hört ja so manches im Zug, vor allem im Bistro wird ja immer munter diskutiert. So zum Beispiel über die Frage, ob es ein irgendwo ein besseres Kulturangebot als in München gibt oder nicht? Nein, gibt es nicht, die Begründung war sehr schlüssig: „Das Angebot ist sehr groß, jeden Tag gibt es ganz tolle Konzerte und ich weiß schon gar nicht, wo ich anfangen soll.“ Fand ich eine sehr logische Begründung, weshalb München am allertollsten sein muss.

Mal abgesehen von der tatsächlichen Größe des Angebots, mein Eindruck ist, dass es im Ruhrgebiet mit eins der spannendsten kulturellen Angebote gibt (o.k. Hamburg und Berlin kenne ich nicht und kann ich nicht beurteilen) Und das aus zwei Gründen: Zum einen ist der Bereich der Industriekultur ein spannender Aspekt, gerade weil er zum Teil noch verknüpft ist mit Menschen, die hier tatsächlich gearbeitet haben. Und zweitens ist es in einem Städtgefüge wie dem Ruhrgebiet durch die Konkurrenz der einzelnen Städte das Angebot oft reicher und vielfältiger als in einer Region, die von einer „Hauptstadt“ geprägt ist. Sorry, München.

Die weitere Fahrt genoss ich in äußerst netter Begleitung von 3 jungen Damen, die mich an Sekt, Apfelkuchen und Pralinen teilnehmen ließen. Eine wunderbare Begegnung mit viel Gelächter. Nur das Rätsel der Volleyballjungs konnten wir nicht lösen, weshalb alle Volleyballjungs einen Mädchennamen hatten?

Der vermeintliche Nachteil der Bahn, gezwungener maßen mit anderen in Berührung kommen zu müssen ist auch eine Chance zu Begegnungen. Ich denke noch gerne an die Familie aus dem Ruhrpott, die lange im Schwäbischen gewohnt hatte, mir während der ganzen Fahrt von den Schwaben vorgeschwärmt hatte und mich unterwegs mit Brezeln gefüttert hatten. Oder an den Amerikaner indianische Abstammung, der im Zug das erste Mal Schnee sah und seine Begeisterung mit dem ganzen Zug teilte.

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