Von Ärzten und Diagnosen

In der Zwischenzeit haben wir letzte Woche den Geburtstag meiner Mutter gefeiert. An sich nicht wirklich erwähnenswert, wenn sie nicht wenige Tage vor Weihnachten die Diagnose bekommen hätte: „Sie haben Krebs. Sie haben noch 2 Monate. Wenn Sie es nicht glauben, schauen Sie doch im Internet nach.“ Nach all den Irrungen und Wirrungen, die hinter solch einer Diagnose steckt, bin ich immer noch fassungslos und werde es immer bleiben über die Art, wie hier Diagnosen überbracht, einem um die Ohren gehauen werden.

Leider nicht die einzige, eine Freundin bekam die Krebs-Diagnose per Post („ich konnte Sie anders nicht erreichen“ – am Tag vor einem Feiertag) Der Freundin geht es zum Glück gut. Und meine Mutter? Hatte das große Glück, eine sehr gute onkologische Praxis zu finden, die sie nun behandelt. Und zwar den ganzen Menschen. dort spricht man mit ihr, erklärt ihr Dinge, versteht die Nöte der Patienten. Dort wurde ihr erstmal erklärt, dass keiner ihr sagen kann, wie lange es gehen wird, man kann nur von Statistik sprechen. Personen in ihrer Fallgruppe, mit gleicher Behandlung leben statistisch so und so lang. Manche länger, manche kürzer.

So wie es aussieht, hat sie noch eine kleine Frist bekommen, es geht ihr den Umständen entsprechend gut. Doch macht sich kein Arzt klar, was er mit solcher Unbekümmterheit heraushaut. Wir waren uns alle einig, dass diese „2 Monate“ nicht wirklich ernst zu nehmen sind. Und doch kam dann irgendwann der Satz: „Ich bin schon 3 Tage über der Halbzeit“. Verrückt.

Zum Glück gibt es auch ganz andere Ärzte. Aber vor Ärzten, die nur röntgen und dann die Diagnosen stellen, habe ich immer Bammel, was sie einem wie um die Ohren hauen.

7 Antworten zu “Von Ärzten und Diagnosen

  1. Mein Arzt sagte, auf meine Frage hin, ob die Geschwulst bösartig sei “ Ja, es ist ein Karzenom, aber sie haben ja schon ein gewisses Alter erreicht!!!!!!!!!!So…………mach dich mal von der Platte,hast lange genug gelebt!!
    Toll, einfach toll habe ich mich da gefühlt.

  2. kuddels, es ist eine unglaubliche Arroganz. Oder totale Gedankenlosigkeit, was es in meinen Augen noch schlimmer macht.

  3. Oh, das ist hart! Und ich möchte einfach nur alles, alles Gute wünschen!!
    Brigitte

  4. Das tut mir so Leid. Leider sind nicht alle Ärzte so, wie man sich die Jünger des Hippokrates vorstellt, sondern … Menschen, gefühllos, taktlos, ungeschickt. Wie gut, dass deine Mutter eine Praxis gefunden hat, wo es anders zugeht.
    Alles Liebe und viel Kraft,
    Ingrid

  5. Dankeschön Euch, liebe Brigitte und Ingrid!

  6. Viel Kraft Euch allen miteinander. Meine Tante, die auf einer Kinderkrebsstation mit lauter furchtlosen, bewundernswert starken kleinen Patienten arbeitet, ist fest davon überzeugt, dass die innere Haltung und der Wille einen großen Teil dazu beitragen, gesund zu werden. Ihr scheint diese Haltung zu haben. Gebt nicht auf.

    Alles Gute.

  7. Dankeschön. Ich glaube auch, dass die Haltung hilft.

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