Kindheitsträume aus heißer Luft

Mit ca. 12 Jahren bekam ich das beste Gericht meines Lebens zu essen, so dachte ich damals: Salzburger Nockerln*. Ein Süßspeisentraum, der aus welchem Grund auch nie wiederholt wurde. Ab und zu dachte ich noch daran, aber ich wusste weder woraus sie eigentlich bestehen, noch wie man sie macht. Ich bin einfach gar nicht auf die Idee gekommen, ein Rezept zu besorgen und es einfachmal  zu probieren. Ich wusste nur, Salzburger Nockerln sind kompliziert zu machen, vermutlich sehr teuer, kalorienreich und eigentlich nicht selbst zu machen. Was man halt so glaubt, wenn man über Kindheitsträume nicht nachdenkt.

Dabei ist es ganz einfach, schnell zu machen – und sie schmecken immer noch wunderbar. O.k. sooo traumhaft wie dieses eine Mal in Österreich werden sie nie wieder schmecken. Das ist das Los der Kindheitsträume. Aber dafür gibt es jetzt Salzburger Nockerln – so oft ich will.

Welcher Traum ist schon so einfach zu erfüllen? Auch wenn er nur aus heißer Luft besteht.

* Übrigens, fürs Geschichtsbuch: Salzburger Nockerln bestehen klassisch aus 3 Nockerln, die die 3 Hausberge versinnbildlichen: den Mönchsberg, den Kapuzinerberg und den Gaisberg. Die Legende sagt, dass das Gericht von der Mätresse des Erzbischofs Wolf Dietrich von Raitenau erfunden wurde. Und der Spiegel weiß das Geheimnis der Salzburger Nockerl: Sie versinnbildlichen keineswegs nur drei lokale Berge, sondern Salzburg als Ganzes: eine süße, goldene Spezialität, weltberühmt, geliebt, begehrt, verklärt und teuer. Und vor allem aus heißer Luft bestehend. Wer könnte nein zu Salzburg sagen?

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