Eine Woche Nord-Holland, 7. – 9. Tag

Vom 7. Tag gibt es eigentlich nichts zu berichten außer: Regen, Regen, Regen. Wir stehen spät auf, gehen früh ins Bett und dazwischen fahren wir nach Den Helder, nach Kijkduin. In einer alten Festung gibt es ein Museum und ein Aquarium. Liegt es am Wetter, am doch schon hohen Alter des Museums, es berührt mich nicht wirklich. Schade natürlich auch, dass die durchaus geniale Lage der Festung direkt am Meer nicht wirklich zur Geltung kommt.

Wir fahren also bald zurück nach Schlumpfhausen und gönnen uns nochmal schönen gebratenen Fisch mit selbstgemachtem Kartoffelsalat.

Nun wäre die Woche rum und ein so verregneter letzter Tag als Abschluss ist natürlich schade. Aber zum Glück gibt es noch einen Nachschlag – in Zeeland.

Freunde von uns, die wir schon lange nicht mehr gesehen haben, sind zeitgleich in Zeeland, nur eine Woche länger und so dürfen wir noch eine Nacht bei ihnen verbringen. Und nochmals die geliebten zeeländischen Strände besuchen.

Wir fahren für unsere Verhältnisse am Freitag früh los, zum Glück immer kurz vor dem Stau, hinter uns bricht, wie vermutlich jeden Freitag, der Verkehr regelmäßig zusammen. Auf der Fahrt kommt man ja sehr dicht an Rotterdam heran und es ist einfach faszinierend zu sehen, wie eng hier Auto- und Schiffsverkehr zusammen sind. Auch auf der Autobahn gehen die Schranken herunter, die Autobahn klappt hoch, um Schiffe durch den Nieuwe Waterweg durchzulassen. Hoffen wir, dass die Schranken immer rechtzeitig heruntergehen, dass wir nicht auf einmal im Wasser landen. (Die Sorgen der Binnenländer…)

Westenschouven

Mit einem Zwischenhalt in Schouwen-Duivelland geht es weiter zum Ferienpark auf Walcheren. Dies ist nun kein kleines ruhiges Schlumpfhausen, es ist eine große Ferienmaschine. Und wir kommen ja auch direkt zum Hauptanreisetag, das heißt wir werden wie alle – und wir sind hier wirklich nicht alleine – mit Karnevalsmusik beschallt, von den Clowns empfangen – ein gewisser Kulturschock.

Doch für unsere Freunde, eine Familie mit kleinen Kindern, ist so ein Park ideal, mit Schwimmbad, Supermarkt, Kinderbetreuung – und jede Menge anderer Kinder. Nicht zu vergessen die direkte Lage am Strand. Unbezahlbar.

Deswegen ist das Programm dieses und des nächsten Tages auch recht einfach: Strand. Wasser. Strand. Zumal das Wetter sich noch einmal von seiner schönsten Seite zeigt. Ein kurzer Bummel durch Domburg, ein recht nettes aber rummeliges Städtchen (man muss sich immer klar machen, dass wir alle Orte in Zeeland vor allem aus Winterbesuchen im Januar kennen, für unsere Verhältnisse sind alle Städte rummelig) Wir kaufen nochmals Fisch, wer weiss, wie lange es braucht, bis wir wieder ordentlichen Fisch bekommen. In Stuttgart traue ich den Fischläden nicht so oft über den Weg.

Einen Blick auf den Badpavillon wie jedes Jahr. Domburg hat ja eine frühe und bedeutende Geschichte als Ferienort für reiche und berühmte Leute, der Badpavillon war eine Art Kurhaus. Später stand er lange Zeit verwahrlost herum, zum Glück wurde er nicht abgerissen, heute ist er in privater Hand. Die Bank davor erinnert natürlich an Mondrian, der hier oft Gast war.

Domburg

Die Türme von Zeeland

überhaupt ist Domburg kosmopolitischer als man auf den ersten Blick vermutet:
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Ein gemütlicher Abend sorgt bei uns Erwachsenen für ein langes Schlafbedürfnis am nächsten Morgen, vor allem für den Klabauter. Sehr zum Unwillen der Kinder, die ihn mit Aufweckgesängen aus dem Bett locken wollen. Schließlich steht das Highlight des Tages bevor: Die Koos-Runde. Aha.

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„Koos Konijn“ – Koos Kaninchen ist das Maskottchen des Parks und jeden Morgen gibt es eine große Begrüßungsrunde mit Musik. Alle Kinder laufen ihm hinterher und tanzen einen Begrüßungstanz. Und wir hatten den Kindern versprochen, dieses unglaubliche Event natürlich auch zu begleiten. Zumal der Klabauter am Abend vorher fast noch einen Begrüssungskuss von Koos abgestaubt hatte – die Tochter unserer Freunde hörte es neidvoll. Morgens, noch bettschwer, erschien uns das Ganze nicht ganz so verlockend. Wie halt Erwachsene so sind. Aber all die kleinen Mädels zu sehen, die kreischend und tanzend Koos begrüßen, wie klitzekleine Groupies – das lohnte schon mal das Aufstehen.

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Der Sohn unserer Freunde ist schon in der Schule – also über dieses ganze Mädchengekreische voll erhaben. Er überredet den Klabauter zu einer Runde am Fahrsimulator. Und alle sind glücklich.

Nochmals ein wunderschöner Tag, undenkbar, dass wir gleich nach dem Frühstück heimfahren. Also nochmals ein Strandtag, diesmal ein sonniger, aber auch sehr windiger Tag. Wohl dem, der eine Strandmuschel hat, in die man sich zurückziehen kann. Unzählig die vielen Drachen am Himmel, ein wunderbares Schauspiel.

Drachen am Strand

Drachen am Strand

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Die Strandgalerie

Und während alle am Strand liegen, kann ich noch ein letztes Mal meinem Lieblingshobby nachgehen – die hölzernen Wellenbrecher am Strand fotografieren. Der Klabauter beobachtet ungläubig, wie ich jedes Jahr aufs Neue diese Pfähle umkreise und von vorne, hinten und seitwärts fotografiere. Eigentlich müsste ich schon jeden Pfahl einmal abgelichtet haben, lästert er immer wieder. Doch auch dieses Jahr finden sich noch Motive.

Entdeckungen am Strand

am Strand

Entdeckungen am Strand

Entdeckungen am Strand

Entdeckungen am Strand

Noch ein allerletzter Abstecher in unsere Lieblingsstadt Veere – was in Nordholland die Hafenfeste sind, sind hier die Ringreitspiele. Mehrere Reiter versuchen mit eine Art Lanze einen winzigen Ring in vollem Galopp aufzuspiessen. Tatsächlich sogar mit Erfolg.

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Und damit endet unsere Sommerwoche in Holland. Wir kommen sicher wieder, aber wahrscheinlich wieder im Winter.

Was ich zu Zeeland an anderer Stelle gesagt habe, dem ist nichts hinzuzufügen. Für mich ist der Reiz der Landschaft in ihrer Reduktion auf wenige Elemente. Und die kann ich immer, immer wieder anschauen. Wir kommen wieder.

4 Antworten zu “Eine Woche Nord-Holland, 7. – 9. Tag

  1. Die schönsten Geschichten beginnen immer mit:
    „Eigentlich gibt es gar nicht viel zu erzählen, ABER…“

  2. Schön dass es sie so gut gefallt bei uns in Zeeland!
    viel spaß beim nächste Mal!

  3. Pingback: Eine Woche Nordholland Tag 7-9 | Stories & Places

  4. Die Pfähle – das kann ich gut verstehen. Sie üben eine Faszination aus, der man sich nicht entziehen kann. Leider war ja gerade Flut, als wir da waren, nur auf Stippvisite.

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