Unterwegs nach Weihnachten, 9. Dezember

Adventsbild, 9. Dezember

Nun ist man unterwegs. Schön für den, der weiß wohin er will, der den Weg kennt. Was tun, wenn man es nicht weiß? Klar, man informiert sich vorher, nimmt eine Karte mit, aber irgendwann benötigt man unterwegs eine Wegweisung. Schön, wenn einem dann ein Hinweisschild findet, wohin es geht. Gerade beim Wandern kennt jeder das Problem, im Wald endlich den Baum mit dem so ersehnten Symbol der Wanderroute zu finden.

Wichtig ist, dass ich einem Wegweiser vertrauen kann. Ich muss wissen, wo er zu finden ist, ich muss mich auch soweit auskennen, dass ich weiß, ob es wohl sein kann, was er anzeigt, oder ob ihn ein Spaßvogel umgedreht hat. Bei Wegweisern eher selten, aber wer ist noch nicht von seiner Navi in die Irre geschickt worden? „Bitte wenden“ auf der Autobahn – ein gar nicht mal so seltener Hinweis. Dem ich natürlich nicht folge, schließlich weiß ich, dass das jetzt gar nicht sein kann. Ich vertraue also dem Wegweiser im Wald, aber meiner Navi nur bedingt. Die bevormundet mich ja auch die ganze Zeit, ständig sagt sie, demnächst rechts, jetzt gleich rechts, jetzt rechts – ist ja schon gut, ich biege hier wirklich ab.

Wenn ich mich ständig auf die Navi verlasse, dann verliere ich irgendwann mal meine Orientierungsfähigkeit. Und ohne Übung geht es nicht. Bei einem Totalausfall der Navi ist man dann sonst wirklich verlassen. Orientieren muss man lernen, und am besten lernt man es – durch sich verirren! Wir brauchen die Irrwege, wir müssen auch mal ein paar Schritte zurück, um vorwärts zu kommen. Wir brauchen Wegweiser, beim Wandern wie im Leben, aber wir brauchen vor allem unsere Urteilskraft um uns zu orientieren. Aber was heißt, sich orientieren? Es kommt natürlich vom lateinischen oriens – Sonnenaufgang. Einfach zum Licht hinwenden, da hinschauen wo es hell wird, dann wird es auch einfach, die Orientierung zu finden.

4 Antworten zu “Unterwegs nach Weihnachten, 9. Dezember

  1. schon goethe meinte:
    umwege erhöhen die ortskenntnis:-)
    gruß von sonia

  2. Ich habe gar kein Navi und wenn wir zu zweit fahre, brauchen wir auch keines. Es macht Spaß, mit Karten umgehen zu können.

    Tja, und das Navi fürs Leben … gut, dass es das nicht gibt. Oder doch? Tu dies, tu das, du musst, du sollst … Da verliert auch so mancher die Orientierung und weiß gar nicht, was er selber eigentlich will. Die besten Navis fürs Leben sind immer noch die alten Weisheiten, seit Jahrhunderten überliefert, und die Gedanken, die man sich dazu macht.

  3. Wildgans, stimmt der olle Goethe hat immer wieder einen guten Spruch.

    April, aleine ist sie schon ab und zu praktisch. aber nur ab und zu. Und die Navi fürs Leben, manchmal wär sie praktisch. Aber eben, dann verliert man auch da das sich selbst orientieren.

    Übrigens, fiel mir jetzt noch ein: Eine Frau hatte in, ich glaube Amerika, einen speziellen Reiseführer herausgebracht, ich weiss nicht mehr für was, Restaurants vielleicht, das hab ich in irgendeiner Zeitschrift gelesen. Auf jeden Fall meinte sie, wir haben so viele Restaurants überraschend entdeckt, weil wir uns verfahren haben und wo ganz anders rausgekommen sind. Und das kennen die Jüngeren doch gar nicht mehr, überraschende Entdeckungen, weil man vom Weg abkommt…

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