Nikolaus, Weihnachtsmann, Christkind und Co.

Bei Liisa, die täglich die Fragen des fragenden Adventskalenders beantwortet, gab es eine interessante Diskussion über den Weihnachtsmann und den Nikolaus.

Der Nikolaus – übrigens auch der Heilige der Pilger und Reisenden, der Seefahrer, soviel zum Thema unterwegs sein – brachte ja bis zur Reformation die Geschenke. Das Christkind wurde als Geschenkbringer also von Luther eingeführt

Aber woher kommt der Weihnachtsmann? Ist er eine Weiterentwicklung des Nikolaus, von Coca-Cola „erfunden“, wie so oft behauptet wird? Nicht wirklich, Coca-Cola hat wohl für die Verbreitung gesorgt, aber der Weihnachtsmann wurde tatsächlich schon vorher so gezeichnet, z.B. 1863 von Thomas Nast. Auch Hoffmann von Fallersleben dichtete ja schon „Morgen kommt der Weihnachtsmann“. Auf jeden Fall reiste der Nikolaus oder der holländische Sinter Klaas nach Amerika, nahm Traditionen aus Europa mit und veränderte sich dort allmählich.

Aber viel spannender finde ich die Frage, wieso kommt er eigentlich mit einem Schlitten durch die Luft geflogen, in Begleitung von Rentieren? Hier gab es nun von Anne einen sehr interessanten Hinweis. Es scheint, dass hier auch alte samische Traditionen eingeflossen sind. Der Joulu-pukki (Julfest-Mann) kann auch ein von den Samen verehrter Rentier-Geist sein. Mithilfe von Fliegenpilzen wurde Kontakt zu diesem Geist aufgenommen.

„Von den halluzinogenen Pilzen berauscht, „schwebte“ der Schamane durch das Rauchabzugsloch seiner Hütte in die Welt der Rentiergeister, aus der er Tänze, Geschichten und Lieder als „Geschenke“ für sein Volk mitbrachte. Ersetzt man nun den Rauchabzug durch einen Kamin und die Lieder und Tänze durch Barbie und Playmobil, ist man schon ziemlich nah dran am Weihnachtsmann.“

Und auch der Hinweis, dass auch die rot-weiße Farbe von den halluzinogenen Fliegenpilzen kommt. Sehr interessant hier nachzulesen.

Es gibt noch eine weitere Theorie, dass die Heiligenlegenden des Nikolaus sich vermischten mit Legenden über den muslimischen Wanderprediger

Vermutlich flossen in die Gestalt des Weihnachtsmannes Elemente dieses Wanderpredigers mit ein. Sari Saltuk gelangte schließlich auf dem geflügelten Pferd Ankabil nach Lappland, wo er unsterblich weiterlebt. Möglicherweise entstanden aus diesem geflügelten Rappen die fliegende Rentiere.“

Wie es auch immer war, Fakt ist, dass sich in allen Religionen Reste von alten Bräuchen erhalten und es ist spannend, diese aufzudecken. Und egal, wer nun die Geschenke bringt, ob Nikolaus, Weihnachtsmann, Christkind, die Hexe Befana, die Heiligen Drei Könige… der Ursprung ist doch immer der gleiche und wir sollten den Sinn des Schenkens nicht vergessen, den Ursprung von Weihnachten – statt immer nur über den Geschenkestress zu jammern.

siehe auch: The german weihnacht

***

Schenke herzlich und frei.
Schenke dabei
Was in Dir wohnt
An Meinung, Geschmack und Humor,
So dass die eigene Freude zuvor
Dich reichlich belohnt.

Schenke groß und klein,
Aber immer gediegen.
Wenn die Bedachten
Die Gaben wiegen,
Sei dein Gewissen rein.

Schenke mit Geist ohne List.
Sei eingedenk,
Dass Dein Geschenk
Du selber bist.

Joachim Ringelnatz

2 Antworten zu “Nikolaus, Weihnachtsmann, Christkind und Co.

  1. richtig schööööön bei einem glühwein zu lesen…

  2. Pingback: Christkind, Nikolaus und Weihnachtsmann - die ewige Diskussion - Ich glaub ans Christkind

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