ein anderer Umgang mit Mode und Beauty?

Die Zeitschrift Brigitte will ab dem nächsten Jahr keine Modestrecken mehr mit Models machen, man will weg vom Magerlook.

In einer Presseerklärung erklärt der Chefredakteur Andreas Lebert, er glaube, dass ihr Umgang mit Mode und Beauty nicht mehr zeitgemäß sei:

„Lebert hat es buchstäblich satt, von Agenturen völlig abgemagerte Models vorgesetzt zu bekommen. Die folgen dem Druck der großen trendigen Modelabels, die systematisch ein völlig unerreichbares Schönheitsideal durchzusetzen versuchen. Dabei würden von Prada, Gucci & Co. meist so kleine Konfektionsgrößen geliefert, dass der Redaktion gar nichts übrig geblieben sei, als „dürre Mädchen“ zu buchen. Im Nachhinein würden die Bilder dann in Photoshop bearbeitet und die Proportionen künstlich dicker gemacht. …“Das ist pervers. Was hat das noch mit unserer echten Leserin zu tun.“

Auch wenn noch einige Fragezeichen dahinter stehen: wird es nur aus der Not heraus gemacht, schließlich kosten nichtprofessionelle Models deutlich weniger? Wenn das Problem ist, dass die Modelabels ihre Kleidung in zu kleinen Größen liefern, wieso soll es dann mit nichtprofessionellen Models auf einmal funktionieren? Aber es ist ein ganz schön mutiger Schritt und auch ein radikaler Wechsel der Sichtweise. Schließlich ist die gleiche Zeitung immer Vorreiter der Diätbewegung gewesen. Aus Gründen der Glaubwürdigkeit kann es nicht nur die Modestrecken betreffen.

Ich finde es beeindruckend und hoffe, dass damit auch Zeichen gesetzt werden. anscheinend bin ich doch nicht alleine damit, dass ich diese Hungerhaken nicht mehr sehen kann.

Gefunden hier und hier

Ausserdem ein Video über die Frage, wie sehr unsere schönheitsideale von der werbung geprägt werden: Talk to your daughter bevor unilever does

3 Antworten zu “ein anderer Umgang mit Mode und Beauty?

  1. Im Prinzip finde ich das sehr, sehr gut. Nur … hoffentlich stylen sie dann die Normalmenschen nicht auch so zurecht. Wenn man sich mal an die Wahlplakate von Merkel und Steinmeier erinnert, die waren so glattgebügelt, dass man sie kaum erkennen konnte. Aber dennoch – ein Schritt in die richtige Richtung.

  2. ja, die Befürchtung kann man schon haben. Aber ich muss zugeben, so ab und zu gabs schon Modestrecken mit „echten“ Frauen in der Brigitte, die sind mir sofort aufgefallen. die waren auch wirklich lebendig.

    Ansonsten überblätter ich Modeseiten ja konsequent und auch gelangweilt.

  3. Na, das wär doch mal was!
    Eine wunderbare Seite über das, was die Ästhetikindustrie aus Bildern macht, ist http://photoshopdisasters.blogspot.com/ — so vermurkelt ist das Schönheitsideal der Frau. (Oder??)

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