Musiktipp

Ich hab noch immer die Musik im Ohr: Monteverdi – Teatro d’amore von L’Arpeggiata.

Gab’s beim Klabauter zu hören. Monteverdi kannte ich nun gar nicht. Klar, man weiß, Übergang Renaissance zum Barock, Komponist am Hof von Mantua, Erfinder der Oper und so weiter. Aber sonst?

Und dann diese CD. Einfach so schön. Wunderbare Stimmen (Countertenor Philippe Jaroussky). Und leichte Jazzanklänge. Jazz?? Ja, die CD ist sehr umstritten. L’Arpeggiata kommt aus der Alte-Musik-Fraktion, spielt mit Originalinstrumenten – schreibt sich also die möglichst originale Spielweise auf die Fahnen – und verjazzt gleichzeitig einige der Stücke.

Mir haben diese leichten Jazzanklänge sehr gut gefallen. Gewundert habe ich mich, dass nur einzelne Stücke verändert werden. Es hätte ja auch eine CD im Stil von Jacques Loussier herauskommen können. Der Klabauter meinte, vielleicht wolle man ja nur ein wenig die gewohnten Klänge ankratzen, damit man genauer hinhört. Immerhin ist gleich das zweite Stück mit deutlichem Jazz-Bass unterlegt.

Aber dann die ganz große Überraschung: Wenn man das Begleitheft liest, stellt man fest, dass tatsächlich nur ein Stück, eben dieses zweite Stück ein wenig verändert ist, sozusagen als kleiner „Scherzo musicale“. Aber die anderen Stücke? Sie sind tatsächlich Original-Monteverdi. Er unterlegt einigen seiner Stücke einen basso ostinato, der im Grunde den walking bass der 1940er Jahre vorwegnimmt. Ebenso gibt es bei einem Stück Harmonien, die sehr stark an Jazz erinnern. Da kann man nun drüberspielen oder es herausarbeiten.

Ich fands unglaublich und dazu ist die Musik einfach wohltuend und schön.

„Es ist der pure Drive als ein für alle Lebenslagen geeignetes, rhythmisches Schmiermittel. Ob es nun der Ostinato-Bass-Groove einer Passacaglia oder einer Ciaccona ist – da kann es selbst bei Claudio Monteverdi schon mal ganz schön swingen.“ Finde ich jetzt in der Formulierung etwas übertrieben, aber ganz eindeutig: Dies ist eine wunderbare CD mit Musik, die sich in alle Poren setzt.

Wer mehr wissen will oder was mal reinhören mag:
Teatro d’amore

Auf Cd klingts natürlich tausendmal besser.

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Eine Antwort zu “Musiktipp

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