Mein Körper und Ich?

Mein Körper und Ich – so ist ein Artikel im Zeitmagazin betitelt. Hier geht es um Kinder zwischen Kindheit und Pubertät und ihr Verhältnis zu ihrem Körper. Ein irgendwie passender Titel, denn in diesem Alter wird der Körper sicher als etwas Fremdes gesehen, das einem gegenübersteht. Der Körper entwickelt sich in anderer Geschwindigkeit wie der Rest. D e r Körper – schon m e i n Körper ist zu viel gesagt. Bin das wirklich ich?

Aber irgendwie bleibe ich an dieser Formulierung hängen, denn ich bekomme das Gefühl nicht los, viele bewahren sich genau dieses Bild. Ich bin ich und mein Körper ist der Andere, der Fremde. Ein komischer Verwandter, mit dem ich zwangsweise zusammengesteckt wurde. Nicht einmal ein Freund, eher so was wie eine lästige Tante oder wie eine kleine Schwester, die ich immer mitnehmen muss, ob ich will oder nicht. Wie viel schöner wäre das Leben, wenn ich diesen Körper nicht immer im Schlepptau hätte. Wo er doch … ist (hier wahlweise einfügen: zu dick, zu unbequem, zu faltig, zu mollig, zu träge… ganz nach Wahl)

Irgendwie schade. Denn die kleine Schwester muss man irgendwann nicht mehr mitschleppen, sie wird groß. Für die komische Tante entwickelt man irgendwann Verständnis und kann über ihre Macken lachen, wenn man mal weiß, woher diese kommen. Aber in meinen Körper muss ich leben, nein, ich BIN mein Körper. Mein ganzes Leben lang. Ob ich will oder nicht. Mein Körper bin ich und ich bin mein Körper. So ist es.

(Sie hörten: das Wort zum Dienstag)

2 Antworten zu “Mein Körper und Ich?

  1. Es kommt immer wieder vor, daß Menschen mit ihrem Körper auf Kriegsfuß stehen. Thomas Alva Edison fällt mir da als Beispiel ein: „Mein Körper ist lediglich dazu gut, meinen Geist zu transportieren.“ ;-)
    Nachdem mir – wie bei Katholiken halt so üblich – in der Kindheit eingebleut worden war, daß etliches am menschlichen Körper schmutzig und sündhaft sei, durfte ich endlich in meinen wilden, jungen Jahren Frieden und Freundschaft mit meiner Fleischlichkeit schließen.
    Allerdings hat es, seitdem ich in den Wechseljahren bin, bereits etliche Differenzen und Zerwürfnisse gegeben, angefangen von der kontinuierlich zunehmenden Leibesfülle, mit der ich überhaupt nicht einverstanden bin, bis hin zur abnehmenden Beweglichkeit und Belastbarkeit.
    Nach einem Treppensturz vor zehn Tagen bin ich nun eine Weile dazu „verdonnert“, mich zuhause zu schonen – und diese Zeit möchte ich nutzen, mit meinem Körper möglichst wieder in Eintracht und Einklang zu kommen.
    Liebe Grüße, wünsche dir ein schönes Sommerwochenende!

  2. na ja die zunehmende Leibesfülle ist ja ein Zeichen für Gesundheit. Nur unser Anspruch ist das nicht.
    Überhaupt heisst es irgendwo, die „Grenzen zwischen Bauch und Kopf werden beim Essen aufgehoben“. Oder anders gesagt: Essen hält Leib und Seele zusammen. Vielleicht ist es da, wo wir Frieden schließen mit dem Körper, wenn wir es nicht auf andere Weise wissen und können.
    Ich kenne aber auch Leute, die sagen, ich esse nur um nicht zu verhungern. Wie Edison also.

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