Zwiebeln – zum Heulen oder zum Lachen?

In Esslingen gibt es ein Zwiebelfest, ein Fest auf dem Marktplatz, an dem es vorwiegend Zwiebelgerichte gibt und Esslinger Wein. Ein Stadtfest mit Lokalbezug. Bisher zumindest. Nun soll es auf einmal nicht nur Esslinger Wein geben, nein, die Esslinger Wirte, die das Ganze organisieren fühlen sich von den Esslinger Weingärtnern „etwas vernachlässigt“ – und schenken nun Wein aus Großbottwar aus.

Etwas überrascht sind sie nun vom großen Aufschrei. Was nun andere auch wieder überrascht. Schließlich kann man den Esslingern viel nachsagen, aber ganz sicher nicht, dass sie sich um ihre Tradition nicht sorgen. Und an einem Stadtfest gehört es sich nun mal, dass man regionalen Wein ausschenkt. Zumindest wenn man kein beliebiges und austauschbares Fest möchte.

Insgesamt also eine Geschichte, wie sie geradewegs aus Schilda hätte stammen können. Auch die Reaktionen sind erheiternd. So findet ein Kommentator der Esslinger Zeitung einen schönen Vergleich – das Esslinger Kiwifest gesponsert von australischen Kiwizüchtern.

Aber am allerbesten ist die Äußerung eines Gastwirts: „Hätten sie das gewusst, hätten sie viel Geld für Werbung sparen können.“

2 Antworten zu “Zwiebeln – zum Heulen oder zum Lachen?

  1. Ich war einmal beim Ziebelfest … und war doch ziemlich enttäuscht. Da geht es doch nur darum, dass ein Duzend Wirte ein gutes Geschäft in einem schönen Open-Air-Ambiente machen will (und auch wieder machen wird). Von Tradition ist kaum was zu spüren – und die künstliche Aufregung verstehe wer will. Der Wein der zusätzlich ausgeschenkt wird, kommt doch auch aus der Region, nicht wahr ?

  2. ja, das Zwiebelfest ist auch schon lange nicht mehr meins.
    Aber ich fands schon interessant, wie sehr sich die Esslinger noch damit identifizieren.
    Ich hab auch den Eindruck, da sind zwei Gruppen auf dem Fest, die einen die üblichen „Partygäste“ von überall her und die anderen sind Esslinger, die andere Esslinger treffen.

    Die Aufregung – es ist schon spannend, dass die Wirte aus allen Wolken fallen ob der Reaktionen. Man hätte sie ja durchaus vorhersehen können, ob man sie nun gutheisst oder nicht.

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