Marbach und das Militär

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Wenn es um die Zeit des 18. Jahrhunderts geht, darf natürlich das Militär nicht fehlen. Uniformträger in den buntesten Farben patrouillierten in der Stadt auf und ab und lagerten in einem Biwak unten am Neckar. Heute geht es vor allem um das Lokalkolorit, um das vollständige Bild, das Bunte und Dekorative. Schön, dass wir in der heutigen Zeit Militär als etwas „Dekoratives“ anschauen können und es nur der Belustigung dient. Dass wir nicht mehr an Angst und Schrecken denken, die die durchziehenden Truppen verbreiteten, an die geplünderten Vorräte, die zwangsweise eingetriebenen Soldaten, von den Kriegsfolgen ganz zu schweigen…

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Aber den Gruppen, die diese Regimenter betreiben geht es um mehr. Natürlich wollen sie unterhalten, das gehört zu einem Fest. Sie wollen aber auch an die Zeiten erinnern, wie die Kriegsführung war, wie man sich noch Mann gegen Mann in einem brutalen Gemetzel gegenüberstand. Das hatte mit Romantik überhaupt nichts zu tun. Die bunten Farben der Uniformen, die waren ja notwendig, damit man im Pulverdampf überhaupt erkennt, wer Freund oder Feind ist. Noch viele Details wurden uns von einem auskunftsfreudigen Mitgliede des Churfürstlich-Sächsisches Infanterieregiments Prinz Clemens aus Weißenfels mitgeteilt. Sehr informativ und anschaulich.

Überhaupt stehen hier Living History und Stadtfestbelustigung dicht beieinander. Schön, dass sich hier keine großen Gräben auftun, durch verbissene Diskussionen um Authentizität, sondern dass die Mitglieder der verschiedenen Regimenter bereit sind, ihr Wissen zu teilen. Große Schlachtennachstellungen sind das Eine, aber wahrscheinlich doch eher für ein Spezialpublikum. Umso schöner, dass in Marbach auch im Szenenparcours auch das soldatische Leben thematisiert wurden, die Ergreifung eines Deserteurs oder auch die gewaltsamen Rekrutierungen.

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Die langen Kerls, die Leibgardisten des Soldatenkönigs sind auch heute nicht gerade klein.

3 Antworten zu “Marbach und das Militär

  1. Bei diesen Metzeleien Mann gegen Mann hatte man aber wenigstens noch einen „Bezug“ zu seinem Gegenüber, wenigstens einen klitzekleinen. Heutzutage drückt man auf ein Knöpfchen oder krümmt ein bißchen einen Zeigefinger und hunderte Meter – oder auch viele Kilometer entfernt – mäht es die Opfer nieder.
    Doch wer denkt heutzutage bei solch langen Kerls und so prachtvollen Kostümen und Uniformen noch allen Ernstes daran, wie grausam auch in längst vergangenen Zeiten ein Krieg gewesen ist.

  2. ja, aber das war eben auch das Schwierige. Hinten standen wohl ein paar, die nur dazu da waren, die Deserteure zu erschiessen.
    Und sie standen so dicht an dicht, dass an ein Ausweichen nicht zu denken war…

  3. Pingback: Marbach und das Militär | Stories & Places

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