Ab geht die Post

Während ich mich aus diversen Gründen mit der Geschichte der Postkutschen beschäftige, fällt mir mal wieder auf, wie viele Redewendungen „aus der guten alten Zeit“ stammen. So konnte man wahlweise mit der Ordinari-Post also der gewöhnlichen Linien-Postkutsche fahren. Schneller – und teurer – war es, mit der Extrapost zu reisen.

Wenn die Postkutschen auf regelmäßigen Linien fuhren, immer zwischen zwei Städten hin und her, so nannte man dies Retourkutschen.

Und natürlich war das Reisen mit der Postkutsche teuer. Man musste nicht nur Fahrtgeld zahlen, Trinkgeld für den Kutscher, Chausseegeld, Gebühren für Platzreservierung, Übernachtungs- und Essenskosten in den Gasthöfen, nein, es gab auch noch einen Extra-Zuschlag für das Schmieren der Achsen, das Schmiergeld. Und manchmal konnte man das langwierige Prozedere in der Poststation durch genügend Schmiergeld etwas beschleunigen …

Nicht ganz gesichert scheint der Ursprung zu sein, wenn alles wie am Schnürchen läuft. Zumindest habe ich eine Version gehört, die sich darauf bezieht, dass die Kommunikation während der Fahrt zwischen den Reisenden in der Kutsche und dem Postillion auf dem Kutschbock über eine Verbindungsschnur lief. Durch Ziehen an der Schnur konnte man signalisieren, ob man schneller oder langsamer fahren wollte. Und wenn’s nicht stimmt, ist es doch gut erfunden.

Und wenn wir schon beim Reisen sind, ein kleiner Schwenk ins Transportwesen. Die Redewendung „alles in Butter“ kommt aus der Zeit, als der Transport von zerbrechlichen Dingen schwierig war, denn auf schlechten Straßen, mit ungefederten Karren ging so manches zu Bruch. So kam man auf die Idee, Gläser in Fässern zu packen und diese mit Butter auszugießen. Nachdem die Butter fest wurde, ergab dies einen optimalen Halt. Genial einfach und sicher.

2 Antworten zu “Ab geht die Post

  1. Sehr erhellend, diese Erläuterungen, Tine!
    Und wir verwenden solche Redewendungen frisch-fröhlich, ohne den Ursprung zu kennen…

    Grüsse in die neue Woche, in der hoffentlich alles in Butter ist!

    Brigitte

  2. Pingback: Vom Hundertsten ins Tausendste – weitere Redewendungen | Doppelblog's Weblog

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