Wie der Krug mit dem Wetzstein und dem Brunnen zusammenhängt

Manchmal sind es ja die seltsamsten Dinge, die mich begeistern können. Wir waren im Mostkrug und ein älteres Ehepaar erzählte von früher und kommentierte die Dekorationsgegenstände im Gastraum – natürlich alles alte bäuerliche Gerätschaften.

„Das ist ein Kumpf.“ Aha, noch nie gehört. „Ein Behältnis, in das man Wasser füllt, um den Wetzstein mit aufs Feld nehmen zu können. Aber wie das auf Hochdeutsch heißt, weiß ich auch nicht.“

Ich vermute ja, dass es dazu gar kein hochdeutsches Wort gibt. Dass es ein Alltagsgegenstand ist, der in diversen Dialekten auftaucht aber im Inventar des Bauernmuseums eben technisch „Behältnis zum Aufbewahren des Wetzsteins“ heißt.

Umso erstaunter war ich, als ich mal bei Wikipedia nachschaute: Kumpf oder kumb ist ein uraltes Wort, sogar noch mit indogermanischer Wurzel. Es heißt schlicht und einfach „tiefes rundes Gefäß“. Es gibt noch Brunnen, die so heißen (Kump, z.B. in Paderborn), es gibt Kaffekummbe oder im kölschen das Kömpche.

Selbst in Sanskrit heißt kumbh Krug. Der indische Feiertag Kumbh Mela ist der Tag des Heiligen Kruges.

Ist wahrscheinlich für viele banal, aber ich fand das höchst spannend, so ein altes Wort zu entdecken, das aber doch langsam verschwindet.

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