Was man auf der Schwäbischen Alb erleben kann II

das Steinheimer Becken

Das Steinheimer Becken entstand durch einen Meteoriteneinschlag:

Vor 15 Millionen Jahren war das nicht anders. [ ] An einem Tag im Tertiär träumte die Alb ihren schlimmsten Albtraum. Ein Irrläufer aus dem Kleinplanetengürtel zwischen Mars und Jupiter rast auf die Erde zu. Mit 70.000 km/h taucht er in die Atmosphäre ein. Sekunden später schlägt krachend das Geschoss mit mindestens 100 Meter Durchmesser fast ungebremst in die Albhochfläche ein – und kommt im Deckgebirge aus geschichtetem Kalk und Mergel zum Stillstand. Abrupt verwandelt sich seine enorme Bewegungsenergie in Druck und Hitze. Es ist, als hätte man mehrere Wasserstoffbomben gleichzeitig gezündet. Der Eindringling verdampft. Mit ihm das Gestein am Einschlagspunkt, es löst sich „in Luft“ auf.

Im Umkreis von 200 km verlischt jegliches Leben.

Vermutlich ist das Nördlinger Ries, nicht weit davon, durch das gleiche Ereignis entstanden (Ries-Ereignis ). Da das Steinheimer Becken aber viel kleiner ist, ist es möglich, es mit bloßem Auge zu überblicken.

Wir waren vor kurzem dort und sind einmal rund um den Krater marschiert. Ich kann die Gegend für Wanderungen nur empfehlen. Auch wenn das Museum, entgegen aller Aussagen, im Winter zu hat und der geologische Rundweg durchaus etwas flotter formuliert werden könnte …

Ich finde es höchst beeindruckend.

Schon die lange Zeit und die hohe Geschwindigkeit sind nicht wirklich vorstellbar.

15 Mio. Jahre – „tausend Jahre sind vor dir wie ein Tag“ fällt mir dazu nur ein. Wir empfinden ja 100 Jahre schon als ziemlich lang ;-) (zur Einschätzung: die Saurier sind vor ca. 75 Mio Jahren verschwunden)

Und 20 km/s – also 72.000 km/h ??? Wie schnell ist schnell???

Auch dass aus einem Gesteinsbrocken von 80 m Durchmesser ein Krater von ca. 3,5 km Breite entsteht, erst da kann man die Wucht des Aufpralls ermessen. (entsprechend etwa 18.000 Hiroshimabomben, sagt Wiki )

Spannend finde ich auch, wie man sich das Steinheimer Becken erklärte. So ein fast kreisrundes Loch muss ja irgendeine Ursache haben… Da man ja von Meteoriten noch nichts wusste, hatte man allerlei Theorien. (Vulkankrater z.B)

Vereinzelt wurde aber die Vermutung geäußert, hier seien Steine vom Himmel gefallen „Der Mond sey ein unartiger Nachbar, weil er mit Steinen auf uns werfe…“ formulierte Lichtenberg, hier dachte man noch, der Mond sei der Übeltäter.

Dabei ereignete sich der älteste bezeugte Meteoritenfall Europas schon 1492 in der Nähe von Ensisheim im Elsass.

Einblattdruck zum Meteoritenfall von Ensisheim von Sebastian Brant

weitere Infos gibts hier :

4 Antworten zu “Was man auf der Schwäbischen Alb erleben kann II

  1. Auch ich finde es sehr beeindruckend, wie überhaupt alle kosmischen und geologischen Aktivitäten. Das erinnert einen – zumindest mich – immer daran, welch‘ kleine, unbedeutende Menschlein wir doch sind.

  2. Jetzt bin ich verwirrrt… Ich wollte gerade auf diesen alten Artikel verweisen, weil man da die Auswirkungen des Meteoriteneinschlags so schön sehen kann, dann hast Du schon kommentiert. Schön, dass der Artikel auch so gefunden wird.
    Ja, vorstellbar ist das alles kaum, es macht einen demütig.

  3. Pingback: Meteoritenkrater | Doppelblog's Weblog

  4. Pingback: Was man auf der schwäbischen Alb erleben kann | Stories & Places

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