„Niemand besitzt Gott so,
dass er nicht mehr auf ihn warten müsste.
Und doch kann niemand auf Gott warten,
der nicht wüsste,
dass Gott schon längst auf ihn gewartet hat.“
Dietrich Bonhoeffer
„Niemand besitzt Gott so,
dass er nicht mehr auf ihn warten müsste.
Und doch kann niemand auf Gott warten,
der nicht wüsste,
dass Gott schon längst auf ihn gewartet hat.“
Dietrich Bonhoeffer
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Alles hat seine Zeit. Und alles hat auch einen Anfang und ein Ende. Alle Dinge, Handlungen etc. brauchen einen Beginn und einen Abschluss. Heutzutage geht alles nahtlos ineinander über, wir sind ja stolz, wenn wir 3 bis 5 Dinge gleichzeitig geregelt bekommen.
Dabei bleiben die Übergänge, die Schwellen auf der Strecke. Nicht nur das Auto muss sich warmlaufen. Die kleinen Rituale, die den Tagesablauf strukturierten sind weitgehend verschwunden.
Rituale markieren meist auch Übergänge.
Auch die hohen Festtage beginnen nicht plötzlich, sie hatten immer eine Vorbereitungszeit vor sich. Advent als Wartezeit ist eine Übergangszeit. Eine gute Gelegenheit, die Übergänge wieder zu beachten.
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Im Moment überlagern sich ja auch verschiedene Rhythmen, schaukeln sich gegenseitig auf und bringen sich aus dem Takt. Bzw. aus dem Rhythmus. Die Herzrhythmusstörungen der Zeit.
Die Adventszeit, eigentlich eine stille, besinnliche Zeit, ein Warten und Schauen auf den Heiligen Abend, alles läuft auf einen Höhepunkt zu.
Die Winterzeit. Brachzeit. Zur Ruhe kommen, Dinge ruhen lassen. Das Leben erstarrt und zieht sich nach innen.
Und die Jahresendpanik. Schnell noch alles abschließen. Hauptsache alles ist vom Tisch. Egal wie. Alles muss noch erledigt werden. Egal ob es sinnvoll ist oder nicht.
Wie bringt man diese Rhythmen wieder in Übereinstimmung?
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Alles hat seine Zeit und braucht seine Zeit. Die Vielfalt macht es. Und der richtige Zeitpunkt.
Den Rhythmus des Lebens akzeptieren und sich nicht dagegen anstemmen. Aber auch nicht sich einfach treiben lassen….
Den eigenen Rhythmus finden. Und im eigenen Rhythmus leben können. Ist gar nicht so leicht. Um nicht zu sagen: ziemlich schwer.
Heute leben wir nicht nach Rhythmen, wir leben im Takt. Im Gleichschritt.
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Weil es immer wieder passt:
Alles hat seine Zeit
Ein jegliches hat seine Zeit
und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde:
geboren werden hat seine Zeit, sterben hat seine Zeit;
pflanzen hat seine Zeit, ausreißen was gepflanzt ist, hat seine Zeit;
töten hat seine Zeit, heilen hat seine Zeit;
abbrechen hat seine Zeit, bauen hat seine Zeit;
weinen hat seine Zeit, lachen hat seine Zeit;
klagen hat seine Zeit, tanzen hat seine Zeit;
Steine wegwerfen hat seine Zeit, Steine sammeln hat seine Zeit;
herzen hat seine Zeit, aufhören zu herzen hat seine Zeit;
suchen hat seine Zeit, verlieren hat seine Zeit;
behalten hat seine Zeit, wegwerfen hat seine Zeit;
zerreißen hat seine Zeit, zunähen hat seine Zeit;
schweigen hat seine Zeit, reden hat seine Zeit;
lieben hat seine Zeit, hassen hat seine Zeit;
Streit hat seine Zeit, Friede hat seine Zeit.
Prediger 3.1 – 3.8
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Im Herbst steht in den Gärten die Stille, für die wir keine Zeit haben.
Victor Auburtin
Passt auch zum Winter.
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Jakob wartet auf Weihnachten
Die Mutter zündet die erste Kerze auf dem Adventskranz an.
Jakob schaut in den Kerzenschein.
„Warum muß man so lange auf das Christkind warten?“ fragt er. „Vier große Kerzen lang?“
„Auf etwas Schönes muß man meistens warten“ sagt die Mutter. „Etwas Schönes braucht Zeit zum Wachsen. Zum Beispiel bis ein Kind geboren wird. Damals haben die Menschen lange Zeit auf die Geburt des Christkinds gewartet. Wann kommt es denn endlich? haben sie gefragt. Auch die Mutter Maria hat viele Monate lang gewartet bis sie das Christkind zur Welt bringen konnte.“
„Hast du auf mich auch so lang warten müssen?“ fragt Jakob.
„Ja freilich“ sagt die Mutter.
„Dafür war ich dann schön und du hast dich gefreut“ sagt Jakob.
„Sehr gefreut“ sagt die Mutter.
Jakob schaut wieder in den Kerzenschein.
„Miteinander warten ist nicht so arg“ sagt er.
Lene Mayer-Skumanz
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Zu warten wird nur der bereit sein,
der ahnt, was ihn erwartet.
Peter Klever
***
Das Warten ist ein Kind der Hoffnung
(Werner Schaube)
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„Warten ist noch eine Beschäftigung.
Auf nichts warten – das ist schrecklich.“
Cesare Pavese, Das Handwerk des Lebens
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Veränderung passiert oft in kleinen Schritten. Ich kann einer Pflanze nicht beim Wachsen zuschauen. Irgendwann ist die Blüte da – über Nacht. Und die Entwicklung der Blüte war auch schon in der Ruhezeit angelegt.
Ich kann darauf warten. Aber ich sehe die Entwicklung nur im Rückblick, ich kann nicht sagen: jetzt kommt die Blüte.
Nichtstun ist schwer. Nicht das sich Ablenken, das Zeit rumkriegen sondern das „aktive Nichtstun“. Etwas in sich geschehen lassen. Warten können auf das Wachstum, hoffnungsvoll bleiben.
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