Gerade habe ich einen Text von 1745 in die Hände bekommen. Einen Werbetext, um genauer zu sein eine Werbeschrift für ein Mineralbad. Es soll noch mal einer sagen, heutige Werbung sei so anglisiert. Auch damals war die Sprache durchsetzt von Fremd- und Modewörtern – nur war es eben Französisch.
Ein kleiner Auszug:
„Daß zur Aufnahm und Ruhm eines Mineral-Wassers nicht wenig contribuiere, wann es sich nicht nur mit seinem Alter legitimieren kann…“
„Wann man also diese authentische Nachricht, welche zwar auf alt-vätterische Art eingerichtet, und eben nicht so gar wohl stylisieret ist, in Consideration ziehet…“
„Woher also diese Wort zu derivieren, ist eben nicht so klar und deutlich…“
und so fort.
Irgendwie beruhigend, dass Moden kommen und gehen. Auch das Denglisch wird irgendwann gehen – ersetzt durch eine neue Mode.
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Global vernetzt und lokal getippt – Tastaturen können jetzt auch Dialekt.
Leider weder Ruhrpöttisch noch Schwäbisch noch Schweizerisch im Angebot…
via Bindestrich
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„Allen Menschen gemein ist, daß die Sprache mit der Mutter verbindet ‐ die Sprache ist die Nabelschnur, die nach der Geburt wächst.“
Reiner Kunze spricht über die Sprache und die Sprachen, die das Denken prägen, über die Unmöglichkeit des Übersetzens und über die Rechtschreibreform
„Und allen Sprachen gemein ist, dass jede über Ausdrucksmöglichkeiten verfügt, die nur ihr eigen sind, so daß die Gesamtheit dieser Ausdrucksmöglichkeiten den Sprachhorizont der Menschheit ergibt.“
„Ohne die deutsche Sprache könnte die Menschheit manches nicht denken, das zu denken menschenmöglich ist, und ohne das Tschechische nicht bestimmte, nur dieser Sprache vorbehaltene Poesieerfahrungen machen.“
„Eine Spanierin schrieb an den Deutschen Sprachrat über das Wort „Fernweh“: „Dieses Wort ist für mich das schönste deutsche Wort, weil es das Wort ist, das ich lebenslang gesucht habe. Bis ich angefangen habe, Deutsch zu lernen, habe ich dieses Gefühl nicht benennen können. Es ist komisch, etwas zu spüren und kein Wort dafür zu haben.“
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Stille Post kennt jeder.
auf Englisch heisst das Ganze: Chinese Whispers – chinesisches Geflüster
und auf Französisch: téléphone arabe – arabisches Telefon.
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1. Station Hosenkauf:
Es gibt verschiedene Passformen:
Für die schlanke Figur, die feminine und die weibliche Figur.
Dick will keiner sagen. Genauso wenig wie alt .
Interessanterweise wollen doch alle weiblich oder feminin aussehen? Aber das scheint das Gegenteil von schlank zu sein …
2. Station: Stuttgarter Nobelkaufhaus
Ich will ein Sommerkleid. Gibt es auf der Stockwerksübersicht nicht.
Blusen und Hosen gibt es.
Ansonsten: Exquisite, Classic Coordinates, Fashion Coordinates usw.
Ich bin zu blöd, das Orientierungsschild zu verstehen. Will es auch gar nicht verstehen wollen. Ich will einfach eine Übersicht: Blusen 1. Stock Hosen 2. Stock. Damenmode. Herrenmode.
Früher gabs ja immerhin noch Warenwelten .
Sehr großes Erstaunen bei der Verkäuferin (die heißt sicher auch nicht mehr so, wahrscheinlich Kundenberater Premium oder Fashion Adviser Exquisite) „Tatsächlich, da stehen ja gar keine Kleider?“.
Dafür habe ich mich an der Kasse wunderbar amüsiert über all die schicken und wichtigen Leute. Die Schlange war ziemlich lang, es war sehr spannend zu sehen, wer sich als zu wichtig zum Schlangestehen fühlte und dies auch laut kundtat. Ein wahrhaft amüsanter Einkauf…
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„Wenn Sie der Meinung sind, Sie können sich das Auto Ihrer Wahl ohne Beeinträchtigung Ihres Lebensstils nicht leisten, ist SmartBuy genau das Richtige für Sie!“
Auszug aus dem Werbeprospekt „Der neue Opel Corsa“
Das heißt also, wenn ich mir einen Opel Corsa nicht leisten kann, soll ich mir einen Smart kaufen ????
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