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Museum Ritter, Gastspiel

22. März 2009 · 4 Kommentare

Das Ritter Museum lohnt immer wieder einen Besuch. Nicht nur wegen dem Schokoladen. Die wechselnden Ausstellungen sind immer was Besonderes. Moderne abstrakte Kunst erschließt sich ja nicht immer auf den ersten Blick, aber gerade hier lohnt es sich immer wieder noch einen Blick zu riskieren. Und noch einen. Sie machen es einem aber auch leicht. Ein Audioguide ist im Eintrittspreis enthalten und die Erklärungen helfen durchaus.

Dieses Mal ist das Thema: „Gastspiel“. Verschiedene Künstler werden gebeten Arbeiten aus dem Fundus der Sammlung auszuwählen und sie mit eigenen zu kombinieren. So entstehen neue, ungewöhnliche Kombinationen wie hier die Arbeiten von Rosalie mit einer Lichtinstallation (fragt mich jetzt nicht, wer und warum…)
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Ritter Museum, Gastspiel

So werden die Bilder der Sammlung von Timm Ulrichs vermessen und gewogen.
Museum Ritter
Ergänzt durch eigene Arbeiten, auch zum Thema „alles im Lot“.
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Sehr ungewöhnlich aber auch für das Museum sehr passend ist die Arbeit der Filderbahnfreundemöhringen – eine Gruppe, aus ehemaligen Studenten der Kunstakademie hervorgegangen, deren Arbeiten immer auch Witz zeigen. (Schon der Name und die – durchaus gewollte – Verwechslungsmöglichkeit mit einem Eisenbahnmodellbauclub zeigt, dass sie sich nicht zu ernst nehmen). Hier durften sich nun Mitarbeiter von Ritter ein Bild aus dem Museum auswählen, das für die Dauer der Ausstellung bei ihnen zuhause hängt. In der Ausstellung sieht man dann ein Foto des Bildes in der Wohnung des Mitarbeiters – stolz und ungewöhnlich präsentiert. Die Bilder wirken in den Wohnungen natürlich fremd, aber gleichzeitig auch nah, weil sie eben „zum Anfassen“ sind. Die meisten wählten sich sehr bekannte Bilder aus der Sammlung aus, da ist es umso interessanter, sie mal ganz woanders hängen zu sehen. Es ist auch erfrischend, Bilder mal nicht bewusst „neutral“ zu hängen, sondern auch mal über dem Wohnzimmersofa, in direktem Kontakt mit den Kuscheltieren oder ähnliches.

Auch die Ausstellung Order and Disorder von Alighiero Boetti zeigt einiges Sehenswertes, vor allem das Hauptwerk Order und Disorder
Ritter Museum, Gastspiel

Ritter Museum, Gastspiel
Das spannende ist, dass auch in der „ordentlichen“ Arbeit ganz bewusst kleine Fehler eingebaut sind. Er spielt mit dem Konzept von Ordnung und Unordnung, zeigt, dass diese Begriffe auch immer eine Frage der Sichtweise sind.

Zum Museum muss man ja nicht mehr viel sagen, wer meine Bilder verfolgt, weiss, dass ich immer wieder vom Museumskubus, vom Spiel zwischen drinnen und draussen und von den Quadraten aller Art fasziniert bin.

Kategorien: erlebtes
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Aquarelle

14. November 2008 · Kommentar schreiben

Eine wunderschöne Ausstellung habe ich gesehen, die ich nur weiter empfehlen kann. Geht allerdings nicht mehr so lange.

Heribert Friedland malt Aquarelle. sehr klein, sehr fein und das schon seit über 50 Jahren. Aquarelle von ihm werden in Esslingen in der Villa Merkel gezeigt, oft Bildern aus der grafischen Sammlung gegenübergestellt.

Ich fand vieles dabei sehr faszinierend:

Zum Beispiel wie jemand seit über 50 Jahren das Thema der Aquarelle immer wieder durchdekliniert, sich an diesem Thema buchstäblich festbeißt. Und das auf eine Weise, die gar nicht sehr aquarelltypisch ist. Sie wirken sehr konstruiert, sind für Aquarelle oft sehr stark konturiert, Farben vermischen sich nicht so, wie man es von Aquarellen kennt. Er bleibt mit einer Hartnäckigkeit bei seinen Aquarellen und perfektioniert sie, Bild um Bild. Mit wunderbaren Farben.

Aber auch wie groß doch die so kleinen Bilder wirken. Sie haben eine innere Größe. Sie wirken sehr persönlich, man kann sie im Grunde nicht zusammen ansehen, weil mehr wie eine Person gar nicht davor stehen kann. Sie haben auch keine Raumwirkung, so ein Bild ist nicht dazu gemacht, das Sofa zu schmücken. Es wirkt nur, weil es eben jetzt und hier ist.

Die Gegenüberstellung von Aquarellen und ihren Vorbildern, Anregungen, Impulsen etc. fand ich sehr informativ. Zu sehen, was ihn an einem Bild begeistert hat und wie er es komplett anders umgesetzt hat, das kann man ja so sonst nicht sehen. Und wer gibt schon zu, welche Einflüsse einen geprägt haben?

Überhaupt war ich seit langem wieder auf einer Kunstführung. Und es war einfach anregend, zu spüren, wie jemand so voller Begeisterung für die Kunst ist, sehr persönlich vom Künstler erzählt (Friedland hat übrigens sein Atelier in Esslingen auf der Hochwacht), eigene Assoziationen dazu benennt und einfach Spaß an der Kunst vermitteln kann.

Für mich hört Malerei ja in den zwanziger Jahren auf. Alles was danach kommt, kann ich nur noch mit „gefällt mir“, „gefällt mir nicht“ beurteilen. Ich weiß nichts über Stile – informelle Malerei, Tachismus … alles kein Begriff, aber das macht nichts. Ich kann dennoch Bilder finden, die mich einfach anrühren. Deren Farben mich ansprechen. Einfach schön.

Kategorien: erlebtes
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Beat Zoderer in Zürich

1. September 2008 · Kommentar schreiben

Da war ich mal bei Tine und mit ihr in Waldenbuch und da im Schoggiritterkunstmuseum. Weil da alles quadratisch-praktisch-gut ist, zeigten sie auch die Ordner und anderes von Herrn Zoderer. Seine Sachen gefallen mir und jetzt zeigt er sie auch noch in Zürich und das liegt ja nun wirklich fast vor der Haustür.
Im Haus Konstruktiv zu sehen

leasa

Kategorien: bilder · fundstücke
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mal alles auf den Kopf stellen …

20. Juni 2008 · Kommentar schreiben

Bilder, die man aufhängt umgekehrt,
Mit dem Kopf nach unten, Fuß nach oben,
Ändern oft verwunderlich den Wert,
Weil ins Reich der Fantasie erhoben.

Palmström, dem schon frühe solches kund,
Füllt entsprechend eines Zimmers Wände,
Und als Maler großer Gegenstände
Macht er dort begeistert Fund auf Fund.

Christian Morgenstern

Kategorien: bibliothek · fundstücke
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Minisprech

16. Mai 2008 · Kommentar schreiben

Nachrichtengucken war gestern.
Die Nachrichten von heute für morgen illustrieren und dokumentieren – das ist Minisprech.

„anstatt journalistischer Laberleistung illustrieren, malen und zeichnen wir lieber“

Ein interessantes Projekt, bei dem jeder mitmachen kann. Eine Nachricht illustrieren, malen zeichnen und per Post (!) an Minisprech schicken. Am Ende gibt es eine Ausstellung und die Erlöse gehen an eine gemeinnützige Organisation.

tine

Kategorien: fundstücke
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graues grasblau

22. April 2008 · Kommentar schreiben

hier gibts gras am meter, grünes saftiges, vereistes und getrocknetes, einzelhalme oder ganze landschaften: eine einzige augenweide!

gefunden in unserem lieblingsgarten

leasa

Kategorien: bilder · fundstücke
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Die Kunst des Wohnens

9. April 2008 · Kommentar schreiben

Der Traum eines jeden Architekten: Der Bauherr, der sagt: „Bringen sie mir Kunst, die Kunst in meine vier Pfähle. Kostenpunkt Nebensache.“

Aber ist das auch der Traum des Bauherren?

Zuerst geht es noch ganz einfach:

„Hui, hast du nicht gesehen, war die Kunst eingefangen, eingeschachtelt, wohlverwahrt in den vier Pfählen des reichen Mannes.“

„Der reiche Mann war überglücklich. Überglücklich ging er durch die neuen Räume. Wo er hinsah, war Kunst, Kunst in allem und jedem. Er griff in Kunst, wenn er eine Klinke ergriff, er setzte sich auf Kunst, wenn er sich in einem Sessel niederließ, er vergrub sein Haupt in Kunst, wenn er es ermüdet in die Kissen vergrub, sein Fuß versank in Kunst, wenn er über die Teppiche schritt.“

Doch muss man mit soviel Kunst umgehen können. Wohnen ist eine Aufgabe:

Einen großen Teil seiner Zeit widmete er von nun an dem Studium seiner Wohnung. Denn das muss gelernt sein; das sah er wohl bald. Da gab es gar viel zu merken. Jedes Gerät hatte einen bestimmten Platz. Der Architekt hatte es gut mit ihm gemeint. An alles hatte er schon vorher gedacht. Für das kleinste Schächtelchen gab es einen bestimmten Platz, der gerade dafür gemacht war. Bequem war die Wohnung, aber den Kopf strengte sie sehr an. Der Architekt überwachte daher in den ersten Wochen das Wohnen, damit sich kein Fehler einschleiche. Der reiche Mann gab sich alle Mühe.

Und das mit dem Wohnen ist gar nicht so einfach – bis ihm dann der Architekt auch noch verbietet, sich von seinem Enkel etwas schenken zu lassen:

Dann brach er los: „Wie kommen Sie dazu, sich etwas schenken zu lassen! Habe ich Ihnen nicht alles gezeichnet? Habe ich nicht auf alles Rücksicht genommen? Sie brauchen nichts mehr. Sie sind komplett!“

Und das Ende vom Lied?

„Da vollzog sich in dem reichen Manne eine Wandlung. Der Glückliche fühlte sich plötzlich tief, tief unglücklich. Er sah sein zukünftiges Leben. Niemand durfte ihm Freude bereiten. Wunschlos musste er an den Verkaufsläden dieser Stadt vorübergehen. Für ihn wurde nichts mehr erzeugt. Keiner seiner Lieben durfte ihm sein Bild schenken, für ihn gab es keine Maler mehr, keine Künstler, keine Handwerker. Er war ausgeschaltet aus dem künftigen Leben und Streben, Werden und Wünschen. Er fühlte: Jetzt heißt es lernen, mit seinem eigenen Leichnam herumzugehen. Jawohl! Er ist fertig! Er ist komplett!“

(Adolf Loos, von einem armen, reichen Manne)

Selber die ganze Geschichte lesen

Und die Moral von der Geschicht? Kunst ist nicht alles aber ohne Kunst ist’s auch nix. Und die Kunst, den Bauherren ernst zu nehmen, den müssen wir Architekten wohl noch lernen…

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morgendlicher netzspaziergang

8. April 2008 · 1 Kommentar

vom Beton&Garten kommt man via Textilkunst zum papierkünstler
Peter Callesen. schlösser, schwäne, blumen – alles wird mit exaktem schnitt aus dem papier gehoben und in klein aber auch in gross aufgestellt. aber auch bei frau Oettinger und bei frau Mundwiler musste ich nachschauen. und immer wieder frau Neuhaus. die welt ist grade wieder gross geworden!

leasa

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Kathedrale im Grünen

27. März 2008 · Kommentar schreiben

Landart mag ich ja sehr.

Was besonderes Schönes habe ich bei Marcel van Gunst im Blog entdeckt:

Die grüne Kathedrale - die Kathedrale von Reims im Grünen nachgebaut. Sehr schön. Besonders natürlich von oben gesehen…
Interessant finde ich auch, die Dimensionen begreifbar und ablaufbar zu machen, aber die verschiedenen Ebenen anders zu belegen. Das Rippengewölbe der Decke wird mit Steinstreifen auf dem Boden nachgezeichnet.

oder auch:

Dieses Werk symbolisiert Veränderung. Nach Erreichen des Gipfels setzt der Verfall ein. Im nahe gelegenen Wald zeigen die fehlenden Bäume die Kathedrale im Spiegelbild. „

tine

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Kunst ist vergänglich …

21. Februar 2008 · Kommentar schreiben

zumindest wenn sie auf Sand gebaut ist .

Jim Denevan macht Kunst am und mit dem Strand, weiß der Stylespion .

Und aus Strandfunden lässt Robert Race Neues entstehen, hat Liisa entdeckt.

Kunst vergeht und Knochen heilen. Auch tröstlich.

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