Doppelblog's Weblog

Mit den Tags ‘esslingen’ versehene Einträge

Zwischen Himmel und Erde

8. Oktober 2009 · 2 Kommentare

Esslingen - Blick von der Neckarhalde

Was fällt Ihnen zu Esslingen ein? Richtig, das Mittelalter. Mittelalter ist aber nicht nur der mittelalterliche Weihnachtsmarkt, Ritter mit Kettengerassel und „martialische Ritterspiele“, es geht weit tiefer.

Esslingen wurde tatsächlich sehr stark vom Mittelalter geprägt, genauer gesagt, vom 13. Jahrhundert. Im 13. Jahrhundert wurden fast alle wichtigen Bauwerke der Stadt Esslingen gebaut: 3 Kirchen (Stadtkirche, Dominikanerkirche, Franziskanerkirche), die Stadtbefestigung mit den Stadttoren, einschließlich der Burg, die zwei großen Brücken. D.h. das was das Esslinger Stadtbild heute prägt, stammt zum großen Teil aus dem 13. Jahrhundert.

Esslingen ist auch eine sehr stark kirchlich geprägte Stadt. 6 Bettelordensklöster waren in der Stadt vertreten, eine Anzahl die es sonst nur in großen Bischofsstädten oder in sehr großen, reichen Städten gab. Schließlich mussten alle Klöster auch in der Lage sein, ihren Unterhalt ausreichend erbetteln zu können.  Dazu jede Menge Pfleghöfe, also Wirtschaftshöfe der sich auf dem Land befindenden Klöster, die an einem Standbein in Esslingen vor allem aufgrund der Weinberge interessiert waren, aber auch um ihre eigenen Produkte verkaufen zu können. 3 große Kirchen (St. Dionys, die heutige Stadtkirche, die Dominikanerkirche und die Franziskanerkirche. Die Frauenkirche war damals noch eine Kapelle), viele Kapellen, ein Spital, auch mit Kirche – auf Schritt und Tritt war die Kirche hier präsent.

Esslingen Milchstrasse

In einer Stadt, die heute so stark protestantisch geprägt ist, ist man schnell dabei, diese starke katholische Vergangenheit zu vergessen. Die Pfleghöfe sind heute alle profan genutzt, auch die Dominikanerkirche musste eine Zeitlang als Kelter dienen, bevor sie wieder der katholischen Gemeinde als Pfarrkirche zur Verfügung gestellt wurde. Von der Franziskanerkirche steht noch gerade mal der Chor, im übrigen wurden sie nur noch die Hintere Kirche genannt, die Kapellen sind alle säkularisiert, zum Teil weiß keiner mehr davon. Oder wer denkt schon daran, wenn er im Raucherraum der Kneipe „Ad astra“ (Fürstenberger Hof) steht, dass dies mal die Kapelle war?

Und deswegen gibt es jetzt die große Klöster-Ausstellung „Zwischen Himmel und Erde“. Im Chor der ehemaligen Franziskanerkirche erfährt man nun einiges über die kirchliche Vergangenheit und auch das Esslingen so prägende 13. Jahrhundert. Eine lohnenswerte Ausstellung, auch wenn sich die Stadt sehr schwer tat, überhaupt Exponate zu bekommen. Schließlich hat der Bildersturm der Reformation sehr viel zerstört. Es werden also vor allem „geliehene“ Objekte gezeigt, aber auch die Franziskanerkirche als Ausstellungsraum ist schon mal sehenswert. („Nie, nie, nie, leihe ich mein Jesulein aus, und schon gar nicht zu Weihnachten“ rief eine Äbtissin auf die Anfrage des Museums aus)  In der Ausstellung bekommt man noch ein kleines Begleitheft über die Pfleghöfe und Klöster in der Stadt. An diesen Standorten stehen im Moment auch Stelen, die weitere Informationen liefern. So greift die Ausstellung auch in den Stadtraum über.

Eine sehenswerte Ausstellung, die noch bis in den Januar geht. Wer Esslingen mal von einer anderen Seite kennen lernen möchte, sollte sie sich nicht entgehen lassen. Es gibt auch noch ein sehr umfassendes Begleitprogramm mit Vorträgen, Musik, Besichtigungen der Pfleghöfe – Weinproben dürfen dabei natürlich nicht fehlen. Esslingen ist immer eine Reise wert, für diese Ausstellung umso mehr.

Stadtkirche St. Dionys und Speyrer Pfleghof

Kategorien: esslingen
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im schönsten Kino der Welt

8. August 2009 · 2 Kommentare

Wenn man durch Esslingens Straßen auf einmal Menschen mit Kissen unter Arm laufen sieht, in Decken gehüllt oder mit Isomatten auf der Schulter, in dickste Pullis gehüllt obwohl es doch eigentlich recht warm ist – dann ist es wieder soweit, das Esslinger Burgkino hat begonnen. Das vielleicht schönste Freilichtkino der Welt. Die Kulisse der Esslinger Burg bietet einen schönen Rahmen für abendliche Kinounterhaltung. Die Burgwiese ist leicht abschüssig und bildet so eine ideale Plattform für das Kino. Man kann schnöde auf Stühlen sitzen oder auch auf Isomatten und Decken lagern.

Natürlich ist es wie bei allen Freilichtkinos: weil der Film erst um 22 Uhr beginnen kann, gibt es drumherum noch allerlei: Vorfilm, Band zuvor. Jede Menge Essensstände, von der Currywurst bis zum äthiopischen Gericht ist alles dabei.

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Aber vor allem ist die Stimmung einfach wunderbar gelöst. So viele Menschen auf dichtestem Raum aber alle sind friedlich und freuen sich. Man sitzt, trinkt etwas, geniesst den Blick auf dicken Turm und Hochwacht. dahinter sieht man vereinzelt die Flugzeuge des Stuttgarter Flughafens in der Dämmerung wie Sternschnuppen. Und wenn dann im Laufe der Nacht der Mond – es ist irgendwie immer Vollmond dort – hinter dem Dicken Turm aufsteigt und am Schluss fast über der Leinwand steht – dann ist es perfekt.

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Traditionell gehört zum Esslinger Burgkino noch schlechtes Wetter, der echte Fan kommt bei jedem Wetter. Und das ist nun mal hier eher der Regen wie die laue Sommernacht. Doch dieses Jahr hatte das Wetter ein Einsehen, zum Glück, denn das Engagement der vielen ehrenamtlichen Helfer muss ja belohnt werden.

Ich mache mich nun auf, zum letzten Abend der diesjährigen Reihe. Nachdem ich nun zwei sehr laue und perfekte Abende mit sehr unterschiedlichem Filminhalt (Slumdog Millionaire und Mamma Mia) genossen habe, bin ich gespannt, ob das Wetter auch diesen Abend noch hält. Der Himmel ist schwarz. Aber wie gesagt, ein echter Fan …

Kategorien: erlebtes
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was aus einer kleinen Idee werden kann

23. Juli 2009 · Kommentar schreiben

Entstanden aus einer kleinen Idee, in einem Gespräch. Einfach so mal in den Raum gestellt, ohne zu wissen, was man so machen könnte. Daraus wurde dann ein erster Versuchsballon und heute ist es  eine feste Einrichtung, eine Biennale. Esslingen Stadt im Fluss

Schön zu sehen, dass man bei anderen Ideen anstossen kann, schön zu sehen, dass man gemeinsam Dinge weiter entwickeln kann als alleine und schön zu sehen, dass Ideen oft viele Väter und Mütter haben und dass sie nach ihrer Geburt ein Eigenleben entwickeln, das oft erstaunlich ist.

Am besten gleich mal für den Herbst vormerken.

Kategorien: alltägliches
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Zwiebeln – zum Heulen oder zum Lachen?

7. Juli 2009 · 2 Kommentare

In Esslingen gibt es ein Zwiebelfest, ein Fest auf dem Marktplatz, an dem es vorwiegend Zwiebelgerichte gibt und Esslinger Wein. Ein Stadtfest mit Lokalbezug. Bisher zumindest. Nun soll es auf einmal nicht nur Esslinger Wein geben, nein, die Esslinger Wirte, die das Ganze organisieren fühlen sich von den Esslinger Weingärtnern „etwas vernachlässigt“ – und schenken nun Wein aus Großbottwar aus.

Etwas überrascht sind sie nun vom großen Aufschrei. Was nun andere auch wieder überrascht. Schließlich kann man den Esslingern viel nachsagen, aber ganz sicher nicht, dass sie sich um ihre Tradition nicht sorgen. Und an einem Stadtfest gehört es sich nun mal, dass man regionalen Wein ausschenkt. Zumindest wenn man kein beliebiges und austauschbares Fest möchte.

Insgesamt also eine Geschichte, wie sie geradewegs aus Schilda hätte stammen können. Auch die Reaktionen sind erheiternd. So findet ein Kommentator der Esslinger Zeitung einen schönen Vergleich – das Esslinger Kiwifest gesponsert von australischen Kiwizüchtern.

Aber am allerbesten ist die Äußerung eines Gastwirts: „Hätten sie das gewusst, hätten sie viel Geld für Werbung sparen können.“

Kategorien: alltägliches · esslingen
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In Esslingen hat’s gebrannt…

17. Mai 2009 · 2 Kommentare

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Mal wieder, das kann in der Altstadt ja schnell zur Katastrophe werden.

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Die Feuerwehr war aber zum Glück schnell da. Mit modernster Ausrüstung, immerhin ein Spritzenwagen aus dem Jahre 1901.

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Doch vor dem Löschen stand noch schnell der Appell, Ordnung muss sein.

Erst dann konnte die Feuerspritze betätigt werden …
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… aber halt, das Wasser fehlte noch. Da mussten dann die Bürger Zuschauer eingreifen und das Wasser vom nahegelegenen Brunnen holen. Eimer für Eimer musste das Wasser in die Feuerspritze geschüttet werden. Eine Eimerkette gab es nicht, die Zuschauer sind nicht so branderfahren wie die Bewohner der mittelalterlichen oder nachmittelalterlichen Stadt.
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Aber eins ist immer noch wie heute:
Im Durstlöschen sind sie ganz groß, die Jungs von der Feuerwehr.
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Im Esslinger Stadtmuseum gibt’s gerade die Ausstellung Brandgeschichten. Es lohnt sich daran zu denken, wie verheerend so ein Brand früher sein konnte. Weshalb es so wichtig war, dass jeder einen Feuerlöscheimer zuhause haben musste. Und weshalb es Wachleute auf den Türmen gab, die Tag und Nacht nach Feuer Ausschau hielten.

Eine Geschichte fand ich sehr schön: Die Feuerreiter des Herzogs Carl Eugen (ja der, der gerade erst in Marbach war) meldeten jeden Brand und wenn der Herzog in der Nähe war, kam er persönlich vorbei um die Feuerlöschmaßnahmen zu koordinieren. So entstand das Gerücht, der Herzog könne das Feuer bannen, da es meist ausging, sobald er kam – „was manchmal sicher auch mit seiner weiten Anreise zusammenhing“.

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„In Esslingen hat’s gebrannt brannt brannt, da bin ich schnell gerannt rannt rannt…“

Kategorien: erlebtes
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Esslinger Gartentage

25. April 2009 · 7 Kommentare

Esslinger Gartentage. Zwei Tage voller Pflanzen, Gartenzubehör, Kunst- und Keramik. Heute bei schönstem Wetter genossen und viele Foto-Mitbringsel gesammelt.

Natürlich wurden auch hier Tassen präsentiert.
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Die Läden öffneten ihre Tassenschränke
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und zeigten ihre Schätze in allen Farben
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Jede Menge Grünzeug, Pflanzen, Blumen. Rosen, so viele Rosen.
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und Rosentassen
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Natürlich wurden auch Zaungäste angelockt
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kein Wunder, bei all den schönen Präsentationen der Gärten und Stände.

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Wer am Sonntag noch nichts vorhat, es geht weiter, sogar mit verkaufsoffenem Sonntag. Man wird dort allerdings nicht alleine sein.

Ich hab nicht alle Tassen im Schrank

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Stadttassen, Heimattassen – Esslingen

15. April 2009 · 13 Kommentare

Als Ergänzung zu Wassilys Tasse „the Stuttgarter“ nun die Esslingen-Tasse. Es gibt ja wirklich schöne Stadttassen (ich sage nur: Hattingen)

Die Esslingen-Tasse gehört zu meinen Lieblingen, ist aber nicht meine Tasse, das ist jetzt eine echte Klabauter-Tasse. (so ist sie doch mein Liebling, weil sie meinem Liebsten gehört…)

Ich mag sie sehr, weil alles drauf ist, was zu Esslingen gehört,
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die Burg, die Kirchen, die Brückenhäuser,
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das Rathaus,  der Wein, die Zwiebeln…
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weil sie so schön individuell gezeichnet ist
und weil es noch kleine Details wie das Esslinger Stadtwappen (mit Neckarkanälen!) gibt.
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„Heimat schmeckt nach frisch geröstetem Kaffee.“

Eine Tasse kann ein kleines Stück Heimat sein!

Ich hab nicht alle Tassen im Schrank

Kategorien: kaffeekultur
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Sekt zum Bügeln

13. März 2009 · Kommentar schreiben

Bei einer Besichtigung der Sektkellerei Kessler* gelernt:

• Eine normalgroße Flasche (0,75) wird auch Napoleon genannt. Für einen Mann und einen Tag sei dies die richtige Größe, war dessen Ansicht.

• Ein Piccolo hingegen ist die richtige Größe für eine Frau zum Bügeln – sagt man bei Kessler. Keine so schlechte Idee. Tatsächlich wurde diese Größe früher benutzt um „Medizinal-Sect“ zu verkaufen. Sekt gab es früher auf Krankenschein.

Überhaupt der Piccolo:
Adventsbild Nr. 2

Piccolos (also: die Kleinen) wurden ursprünglich Kellner-Lehrlinge genannt. Mit zwei kleinen Kellnern warb und wirbt Kessler schon seit 1904. Da wurde von Josef Benedict Engl (Zeichner des Simplicissimus) die erste Zeichnung entworfen. Später wurden mit diesen Piccolos Viertelflaschen beworben, der Name ging dann auf die Flaschengröße über. Die Entwicklung des Piccolo-Motivs sieht man sehr schön bei Kessler selbst.

*Übrigens die älteste deutsche Sektkellerei (von 1826) mit sehenswerten Kellern in Esslingen. Eine Besichtigung lohnt durchaus.

Oder auch nur ein Besuch im Kessler-Karree um dort ein Gläschen Sekt zu sich zu nehmen…

Schaufensterbummel

Auch das Gebäude selbst lohnt durchaus, es ist der ehemalige Speyrer Zehnthof in Esslingen.

von oben

Kategorien: erlebtes
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alle Vögel sind schon da…

5. März 2009 · Kommentar schreiben

die Wanderfalken sind wieder da, das erste Ei ist gelegt.

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Esslingen

17. September 2008 · Kommentar schreiben

„Esslingen ist ein begehbares Bilderbuch der Geschichte.“ meinte am Tag des offenen Denkmals Gottfried Kiesow, der Vorsitzende der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Da kann ich nur zustimmen.

(Das ist übrigens der mit den schönen Büchern: „Kulturgeschichte sehen lernen“, die ich schon mal empfohlen habe.

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