nein, die mortadella ist nicht die unsere. die typische schweizerwurst ist die cervelat. die gibts nur hier und wir fürchten uns sehr vor dem ende der cervelat. die cervelat ist genau sooo lang und sooo krumm und hat sooo eine farbe und wenn sie nicht genau sooo ist, ist es eben nicht mehr unsere cervelat. ja, die einen sagen DER cervelat, die anderen DIE cervelat.
unsere cervelat ist bedroht, denn wir dürfen die brasilianischen zebu-rinderdärme nicht mehr importieren. die eu sagt, die rinderdärme seien bse-verseucht und es dürfe kein häutchen mehr eingeführt werden. und wegen den bilateralen verträgen müssen auch wir uns daran halten. aber nur diese zeburinderdärme machen, dass unsere cervelat so wunderschön krumm ist. unsere rindviecher können das leider nicht.
dass es sich hier nicht einfach um irgendein würstli handelt, merkt man daran, dass es zur chefsache ernannt wurde. rolf büttiker, (so, fdp), ständerat und präsident des schweizerischen fleischfachverbandes hat seinerzeit mit einer interpellation die wurst ins rollen gebracht. im rinderdarm stecke eine mischung aus einfachheit, bodenständigkeit, lagerfeuerromantik und nationalstolz.
die bundesrätin doris leuthard, wirtschaftsministerin und cervelat-esserin, hat sich daraufhin der wurst angenommen und weiss nun genau, wie lange unser darmvorrat reicht: bis ende jahr! danach wird die cervelat vorübergehend in einen künstlichen darm gestopft. man mutet uns zu, eine gerade cervelat zu essen, die man nicht mehr so gut schälen kann!
das ganze dauert solange, bis man die bse-gefahr in brasilien neu eingeschätzt hat.
über die psyche der cervelat redet er:
leasa




1 response so far ↓
wildgans // 22. März 2008 um 1:18 Uhr nachmittags
tse,tse- über rinderdärme bloggen….
auf so eine idee kann auch nur…..?kommen?
das mit dem fernzug ist schon eher….
gruß von S.
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